Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte der GWH startet am 1. April - Noch viele Zimmer frei

Lieber gemeinsam statt einsam

Trockenbauer im Endspurt: Lieselotte Hortig und Klaus Knoop (rechts) schauen sich die Innenarbeiten im künftigen Esszimmer der Wohngemeinschaft an. Bis April bleibt hier noch viel zu tun. Foto: Dilling

Baunatal. Die Trockenbauer rühren Mörtel an, die Wände sind noch kahl. Der Estrich ist frisch. Doch Lieselotte Hortig schaut sich mit strahlenden Augen den sonnendurchfluteten Raum an, der bald ihre neue Heimat sein wird. „Der ist schön groß“, sagt ihre Tochter Gudrun Pfetzing.

In wenigen Wochen wird Hortig aus ihrer großzügigen 90-Quadratmeter-Eigentumswohnung in Baunatal in die Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH) an der Dürerstraße einziehen.

Die 86-Jährige hängt an ihrer Wohnung, und oft bekommt sie von ihren vier Kindern Besuch. Doch häufig ist sie auch allein. Tochter Gudrun macht sich gleich Sorgen, wenn ihre Mutter nicht erreichbar ist, weil sie vergessen hat, den Telefonhörer aufzulegen. Und Lieselotte Hortig denkt daran, wie einsam es für sie wird, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen einmal nicht mehr zu ihren Spaziergängen aufbrechen kann.

Die Rentnerin ist die erste Interessentin, die sich für die GWH-Wohngemeinschaft fest entschieden hat. Auch der Betreuer Klaus Knoop, der für eine weitere alte Dame eine Unterkunft sucht, ist von dem Projekt sehr angetan: „Hier können die alten Menschen in eigener Verantwortung noch viel gestalten. Im Heim leiden viele darunter, dass sie nichts mehr selbst machen können“, sagt er.

Die Mieter der Wohngemeinschaft werden ihren Alltag eigenverantwortlich gestalten, ohne Stundenplan. Sie werden dabei von zwei Fachkräften der Diakonie Kassel unterstützt, nachts hält eine Mitarbeiterin Wache. Die Senioren werden rund um die Uhr betreut, die Mithilfe von Angehörigen ist erwünscht und gehört zum Konzept. Ein Pflegedienst, beispielsweise die Diakoniestation, erledigt die pflegerischen Aufgaben, die über die Krankenkassen abgerechnet werden.

Die GWH hat darauf geachtet, dass die Wohnung nach den Bedürfnissen alter Menschen eingerichtet wird: Es gibt ein Wohlfühlbad mit viel Platz zum Entspannen. Alle drei Bäder sind mit Wannen mit niedrigem Einstieg, Haltegriffen und rutschsicheren Fliesen ausgestattet. Lieselotte Hortig freut sich, dass sie in der großen Küche auch selbst kochen kann.

Offen ist noch, ob bis zum Starttermin am 1. April alle Zimmer vermietet werden können. Viele Senioren und Angehörige ließen sich für die Entscheidung zu dieser neuen Wohnform viel Zeit und wägten das Für und Wider genau ab, sagt Birgit Schwalm vom Diakonischen Werk, die die Demenz-Wohngemeinschaft koordiniert. (pdi)

Info für Interessenten: Tel. 05 61/7 12 88 42 (Diakonie), Tel. 05 61/9 37 72 80 (GWH).

Von Peter Dilling

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