Joanna Mallet aus Partnerstadt Vire

Französin absolviert freiwilliges soziales Jahr in Baunatal

Hat sich gut in Baunatal eingelebt: Die Französin Joanna Mallet spielt gern Basketball. Das tut sie auch mit den Kindern im Jugendzentrum Second Home (im Hintergrund) während ihres freiwilligen sozialen Jahres. Foto: Dilling

Baunatal. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht Joanna Mallet großen Spaß. In Baunatals Partnerstadt Vire, ihrer Heimat, hat die Französin ein Praktikum während eines Spielefestivals gemacht.

Danach hat sie sich entschlossen, in Baunatal ihr freiwilliges soziales Jahr abzuleisten, im Jugendzentrum Second Home. Ihr Vorgänger Dany, der als erster Franzose im Rahmen des Austauschs der beiden Städte in Baunatal mit Jugendlichen arbeitete, habe ihr nur Gutes berichtet, sagt die 22-Jährige.

Inzwischen hat sich die junge Frau, die an der Universität von Montpellier in Südfrankreich Englisch, Spanisch und Chinesisch studiert, gut in Baunatal eingelebt. Die Skateranlage am Stadtpark gehört zu ihren Lieblingsplätzen. „Da kommt man spontan mit deutschen Jugendlichen ins Gespräch“, sagt sie.

Deutsch an der Uni

Meist geschieht das auf Englisch. Deutsch lernt Mallet an der Universität Kassel. Nach den Sommerferien will sie interessierten Baunatalern im Jugendzentrum mit Filmen aus ihrer Heimat die französische Sprache nahebringen.

Nachwuchsbands, die im Keller des Jugendzentrums proben, hat sie für das Internet-Radio interviewt. Überhaupt sei das kulturelle Angebot in der VW-Stadt groß. „Baunatal gleicht einer Musikstadt“, sagt die Französin.

Gute Noten gibt sie auch der Jugendarbeit. Das Jugendzentrum habe viel länger geöffnet als in Vire, und die jungen Leute hätten mehr Orte, wo sie sich treffen können.

Kurz-Clip

Joanna, die gern Basketball spielt und im Baunataler Eon-Jugenddorf wohnt, ist zum ersten Mal in Deutschland. Neben dem oft kühlen Wetter der vergangenen Monate seien noch einige andere Dinge gewöhnungsbedürftig gewesen, sagt sie. „In Frankreich redet man sofort über seine Familie, wenn man jemanden kennenlernt. Hier spricht man eher über seine Arbeit.“

Auch geregelte Essenszeiten vermisst die junge Frau in Baunatal. „In Deutschland wird zu jeder Tageszeit gegessen.“ Den Kontakt zu ihren Eltern und den beiden Schwestern hält sie über das Internet-Telefon.

Im Herbst endet Mallets Aufenthalt in Baunatal. Feste Pläne für ihre berufliche Zukunft habe sie noch nicht, sagt die 22-Jährige. Sie könne sich vorstellen, als Sozialarbeiterin in Vire Jugendliche zu betreuen. Die hätten es wegen der hohen Arbeitslosigkeit nicht so leicht. Frankreich stecke in einer Krise.

Von Peter Dilling

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