Zwölf Meter hoher Baum am Friedrich-Ebert-Platz soll ab morgen gefällt werden

Linde nicht mehr sicher

Deutlicher Eingriff: Bereits vor 25 Jahren wurde die Linde von Baumchirurgen behandelt und unter anderem mit einer Gewindestange stabilisiert. Doch heute ist der zum Großteil hohle Baum ein Risiko.

Ahnatal. Könnten Bäume sprechen, so hätte die Linde am Heckershäuser Friedrich-Ebert-Platz wohl einiges zu berichten: Ihr Alter wird auf 60 bis 80 Jahre geschätzt. Ab Mittwoch, 23. März, wird die Grünfläche im Heckershäuser Ortskern leer erscheinen, dann wird der zwölf Meter hohe Baum gefällt.

„Es ist sehr bedauerlich, schließlich ist die Linde mit der Geschichte dieses Platzes verbunden“, meint Bürgermeister Michael Aufenanger. Sogar die angrenzende Straße trägt den Namen „Vor der Linde“. Doch die Sicherheit geht vor.

Der Baum sei größtenteils hohl, das Wasser könne nur spärlich bis gar nicht ablaufen und Weißfäule zersetze das Stammholz. Um den Baum zu retten, müsste man ihn auf acht Meter Höhe stutzen und selbst dann bliebe ein Restrisiko, denn die Gabelung könne schnell auseinanderbrechen. „Der Platz liegt direkt neben der Hauptstraße und auf dem Schul- und Kindergartenweg, die Gefährdung ist zu groß“, erklärte Michael Kröning vom Bauamt der Gemeinde Ahnatal.

Bereits vor 25 Jahren fand eine Baumchirurgie statt, in deren Verlauf Ablaufhülsen in den Stamm geschlagen wurden und eine Gewindestange zur Stabilisation unter der Gabelung eingesetzt wurde. Doch mittlerweile sind die Ablaufhülsen durch die Rinde verstopft und die Gewindestange kann dem hohlen Baum nicht mehr den nötigen Halt geben. Zwar habe die Linde in den letzten Jahren versucht auszutreiben, „doch waren die Äste stets verkrüppelt“, sagt Kröning. Auch lebten derzeit keine Tiere in der Linde.

Boden wird ausgehoben

Am Mittwoch wird das Gewächs nun gestutzt, umgelegt und dann zerkleinert. Zu Verkehrsbehinderungen soll es nicht kommen. Da sich der Weißpilz in dem Boden ausgebreitet haben könnte, wird dieser ausgehoben und bekommt Zeit, um sich zu regenerieren.

Im Herbst soll dann für rund 1100 Euro ein rund fünf Meter hoher Jungbaum gepflanzt werden: Wieder eine Linde, denn diese hat am Friedrich-Ebert-Platz bereits eine lange Tradition. (ptk)

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