Schwerpunkt auf Sozialpolitik – Partei: Wechselnde Mehrheiten würden SPD guttun

Linke will stärker mitreden

Kreis Kassel. Alleinunterhalter möchte Dr. Christian Knoche im Kreistag nicht weiter spielen. Nachdem zwei ehemalige Mitstreiter der WASG zurücktraten und es keine Nachrücker gab, war der Rechtsanwalt aus Hofgeismar als Einziger für die Nachfolgepartei der Linken im Parlament. Das werde sich nach Einschätzung des Spitzenkandidaten Knoche mit der Wahl am 27. März ändern. „Ich hoffe auf eine starke Fraktion.“

Sechs Prozent plus X traue er der Linken zu. Der Vorgänger WASG hatte 4,8 Prozent der Wähler auf sich vereinen können. „Wenn wir jetzt fünf bis sechs Mandate bekommen, bin ich zufrieden“, meint Knoche. Und wenn die SPD ihre absolute Mehrheit verliert, womit er rechnet, „wird es ein bunter Kreistag, in dem wir mitreden wollen“.

Die Linke als Koalitionspartner oder weiter in der Opposition? Darauf will sich der Spitzenkandidat nicht festlegen. Allerdings sei man bereit, Verantwortung zu übernehmen, als „gute Demokraten“, die die rund 100 Mitglieder der Linken im Kreis seien.

Die leidige Kommunismus-Debatte, die die Bundesvorsitzende Gesine Lötzsch losgetreten hatte, „war ungünstig, aber nicht unser Thema“. In den eigenen Reihen gebe es viele ehemalige Sozialdemokraten. Knoche, der aus Hannover stammt, war dort Mitglied der Grünen. Wegen des Kosovo-Einsatzes deutscher Soldaten trat er aus. Eine entschiedene Friedenspolitik gebe es nur bei den Linken.

Und einen klaren Schwerpunkt bei der Sozialpolitik, womit Knoche beim Wahlkampf für den Kreistag ist. „Wir sind vehement dagegen, dass die freiwilligen Leistungen weiter gekürzt werden.“ Auch trete die Linke für eine Beschäftigungspolitik ein, für Förderprogramme des Kreises für neue Ausbildungsplätze.

Und für stabile, bezahlbare Abfallgebühren. Die Forderung der CDU, diese mit erwirtschafteten Rücklagen zu senken, hält Knoche für populistisch. Und dass Besserverdiener unberechtigt in Freizeiteinrichtungen des Kreises Urlaub machen, für eine „abstruse Diskussion“.

Froh ist die Linke, dass das „größenwahnsinnige Projekt“ Ferienanlage Beberbeck nicht realisiert wird. Beim Stiftungsmodell der SPD ist Knoche skeptisch. „Wir wollen ein Moratorium und dass neue Leute über Beberbeck nachdenken.“ Klar auch die Position gegen den „ökologisch und ökonomisch unsinnigen“ Flughafen Kassel-Calden.

Also keine Koalition mit der SPD? Viele Sozialdemokraten seien auch gegen den Flughafen, sagt Knoche. Der sieht auf Kreisebene „keine Differenzen“ zu den Grünen, bezeichnet die FWG als farblos. Und grenzt sich gegen CDU und FDP ab: „Deren Privatisierungspolitik geht gar nicht.“

Vielleicht gebe es im künftigen Kreistag ja wechselnde Mehrheiten. Knoche: „In der Kommunalpolitik gar nicht verkehrt, würde auch der SPD guttun, um sich weiterzuentwickeln.“ KOMMENTAR

Internet: www.die-linke-landkreis-kassel.de

Von Michael Schräer

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