Lisa auf dem Dach: Holger Kaiser hat Henschel-Flugzeug nachgebaut

Historisch: Im Fliegeroutfit früherer Jahre präsentiert Holger Kaiser auf dem Dach seiner Garage den Nachbau des Doppeldeckers „Henschel Hs 123“. Fotos: Wohlgehagen

Lohfelden. Im Song des ostfriesischen Kult-Duos „Klaus & Klaus“ dreht sich alles um ein Pferd auf dem Flur. Bei Holger Kaiser in Lohfelden steht ein Flugzeug auf dem Dach.

Lohfelden. Im Song des ostfriesischen Kult-Duos „Klaus & Klaus“ dreht sich alles um ein Pferd auf dem Flur. Bei Holger Kaiser in Lohfelden steht ein Flugzeug auf dem Dach.

Neugierig bleiben Fußgänger vor dem Haus stehen, und Autofahrer drosseln im Waldecker Weg das Tempo, um den originalgetreuen Nachbau der berühmten „Henschel Hs 123“ zu bewundern.

Der 50-jährige Berufskraftfahrer und Hobby-Schrauber hat den formschönen Doppeldecker aus Schrott-Teilen im verkleinerten Maßstab nachgebaut und seine „Lisa“ jetzt auf das Dach seiner Garage gestellt.

Das Flugzeug ist nicht der einzige wertvolle Oldtimer in Holger Kaisers Sammlung. Seit Jahren steht vor dem Haus des aus einem Fuhrunternehmen stammenden Ochshäusers eine 16 Tonnen schwere Laderaupe von Hanomag.

Das edle Stück ist von Holger Kaiser vor der Verschrottung gerettet und liebevoll restauriert worden. Stolz ist der Bastler auch auf seine Henschel-Sattelzugmaschine, Baujahr 1970. Mit dem chromblitzenden Schlepper dreht Holger Kaiser in seiner Freizeit gern einmal eine Runde durch seinen Heimatort.

„Jetzt hat mich auch das Flugfieber gepackt“, sagt Holger Kaiser über seine neue Leidenschaft.

Die resultiere aus einem eher zufälligen Besuch auf dem Sonderlandeflugplatz Mosenberg bei Homberg. Inzwischen sei er regelmäßig zu Gast beim dortigen Luftsportverein, so der Lohfeldener.

Die schöne Schrott-Lisa entstand in vier Monaten Bauzeit. Als Grundlage verwendete Holger Kaiser ein Angebot der Henschel-Flugzeugwerke vom Oktober 1935, das ihm vom Museum in Rothenditmold zur Verfügung gestellt wurde.

„Ich habe fast jede Nacht in meinem Hangar zugebracht“, berichtete der Bastler mit einem Augenzwinkern über die vielen Einsätze in seiner Garage. Geholfen haben „Hausmeister“ Rolf Bolloni, der die Malerarbeiten übernahm, und Sohn Benjamin als Schreiner bei den Holzteilen.

Die Hilfe vieler Freunde war schließlich erforderlich, um den 100 Kilogramm schweren Flugzeugnachbau mit zwei Leitern auf das Dach zu ziehen.

Bei Holger Kaiser reifen neue Pläne heran. Er will jetzt ein begehbares U-Boot der Marine nachbauen. „Mal sehen, was der Schrott hergibt“, sagte uns der nie rastende Hobby-Schrauber vor der Abreise zu einem Hafenfest am Bundeswehrstandort in Wilhelmshaven.

Hintergrund:

Die Henschel Hs 123A-1 ging aus einem Konstruktionswettbewerb hervor, den die Henschel-Flugzeugwerke AG 1934 für sich entschied. Der einsitzige, einmotorige Doppeldecker hatte eine Länge von 8,33 Metern und eine Tragflügelfläche von 24,85 Quadratmetern. Die Maschine war mit einem 880 PS starken BMW-Sternmotor ausgestattet und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 340 Stundenkilometern. Kaiser verwendete für den Nachbau ausschließlich Schrottabfall und insgesamt 600 Popnieten. Die Motorabdeckung entstand aus einer Trocknertrommel. Für das Fahrgestell verwendete er Teile und Räder einer Sackkarre. (ppw)

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