Infomarkt zur Windkraft bei Helsa – Betreiber und Gegner tauschten sich aus

Lösung noch nicht in Sicht

Hochbetrieb am Info-Stand der Städtischen Werke: Projektleiter Roland Heibert (rechts) und Projektmanager Roland Schoof (Zweiter von rechts) stellten Bürgern Computer-Simulationen vor, die die Wirkung künftiger Windkraftanlagen auf den Betrachter in der Tal-Lage von Helsa veranschaulichen sollten. Fotos: Wohlgehagen

Helsa. Dialog mit den Bürgern war das Stichwort für den „Infomarkt“ in Helsa über die von Konflikten begleiteten Windenergie-Planungen. Beteiligt an der ersten Veranstaltung dieser Art war neben Investoren und Befürwortern auch die Bürgerinitiative Lebenswertes Helsa.

„Wir haben bewusst eine etwas andere Form gewählt, um die Menschen auf Augenhöhe ins Gespräch zu bringen“, sagte Mediator Dr. Christoph Ewen (Darmstadt), der den Dialog mit seinem Team für die Hessenagentur organisiert hatte.

Die Städtischen Werke, Hessen-Forst, die Energiegenossenschaft Kaufungen und die Bürgerinitiative hatten im Rathaus kleine Info-Stände aufgebaut. Besonders vor den Schautafeln und Plänen bildeten sich spontane Gesprächsgruppen. „Nur so kann das Verständnis wachsen“, sagte Bürgermeister Tilo Küthe (SPD). Er freue sich, dass Bürger aus allen Ortsteilen der Gemeinde Interesse zeigten.

Um es vorweg zu nehmen: Konkrete Ansätze für Konfliktlösungen ergaben sich an diesem Nachmittag in Helsa nicht. Man wolle weiter im Gespräch bleiben, auch um die Transparenz im Hinblick auf die Windenergienutzung zu verbessern, sagte Dr. Ewen über das Ergebnis eines anschließenden nichtöffentlichen „Runden Tisches“ der Standbetreiber.

Die Windkraftgegner bekamen Unterstützung von außerhalb. „Was hier passieren soll mit bis zu 25 Windkraftanlagen rund um Helsa, ist ziemlich gravierend“, sagte Bernhard Klug (Trendelburg) von Vernunftkraft e.V., einem Bündnis hessischer Bürgerinitiativen.

Mit ihm beklagte auch Wolfgang Köster drohende Beeinträchtigungen für die Bürger Helsas. Windmasten im Kaufunger Wald mit 400 Meter Höhenunterschied zur Wohnlage und völlig freier Schall seien eine „Schandtat“, sagte der Sprecher der Initiative Lebenswertes Helsa. Das beklagte auch Anwohnerin Mira Schenk aus dem Bergenhöfer Weg, die jetzt bei der Bürgerinitiative mitmachen will.

Am Stand der Städtischen Werke zeigten Projektleiter Roland Heibert und Roland Schoof (Projektmanager Windpark Rohrberg) Computer-Simulationen, die ein eher verträglicheres Bild der geplanten 200 Meter hohen Türme im Wald vermittelten. In seiner subjektiven Wahrnehmung könne jeder etwas als bedrohlich empfinden. Auf ihn persönlich wirken Windkraftanlagen ästhetisch, zumal ihre Rotoren Segelfliegern ähneln, sagte Heibert.

Von Kyrill entwaldet

Geht es dem Hessen-Forst vor allem um möglichst viel Pacht für die Waldflächen? „Nein, in erster und auch in zweiter Linie nicht“, sagte Günter Groß vom Forstamt Hessisch Lichtenau der HNA. Die Einnahmen müsse man ohnehin komplett an das Land abführen. Groß widersprach der Kritik am Flächenverbrauch. Am Rohrberg seien 75 Hektar vom Sturm Kyrill entwaldet worden, die jetzt für Windkraftanlagen zur Verfügung gestellt werden, sagte der Forstbereichsleiter. Die Vertreter der Energiegenossenschaft Kaufungen freuten sich über das Interesse an ihrer Arbeit. Ein Bürger aus Helsa trat während des Info-Marktes in die Genossenschaft ein. (ppw)

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