Gemeindevertretung erhöht Grundsteuer – Bürgermeister: Haben keine andere Wahl

Lohfelden bittet kräftig zur Kasse

lohfelden. Schlechte Nachrichten für Haus- und Grundeigentümer in Lohfelden: Die Gemeinde Lohfelden plant ab Januar eine kräftige Erhöhung der Grundsteuer-Hebesätze für bebaute Grundstücke (Grundsteuer B) von bisher 330 auf 415 Prozent. Die Hundesteuer und die Steuern auf Spielapparate werden voraussichtlich ebenfalls deutlich angehoben.

Die Hebesätze für die Grundsteuer bei land- und forstwirtschaftlichen Flächen (Grundsteuer A) sollen von 330 auf satte 450 Prozent steigen. „Wir nehmen immer mehr Geld von den Bürgern, haben aber keine andere Wahl“, sagte Bürgermeister Michael Reuter (SPD) während der Sitzung der Gemeindevertretung. Die Steuererhöhungen seien eine Folge der vom Land Hessen verkündeten Neuregelung des Kommunalen Finanzausgleichs: Die Gemeinde müsse diese Schritte gehen, um ihren bisherigen Stand bei den Zuweisungen auch künftig zu halten.

25 bis 30 Prozent

Die in ihrer Wirkung 25 bis 30-prozentige Erhöhung der Grundsteuer B würde die Hausbesitzer empfindlich treffen: Für ein mittelgroßes Einfamilienhaus (Baujahr zwischen 1980 und 1990) dürfte die Mehrbelastung je nach Einheitswert beispielsweise mit bis zu 100 Euro im Jahr zu Buche schlagen.

Gewerbesteuer bleibt

Die Gewerbesteuer wird aller Voraussicht nach nicht erhöht. Auf diesem Gebiet liegt die Gemeinde Lohfelden mit einem Hebesatz von 440 Prozent im Landkreis Kassel ohnehin schon an der Spitze.

Auch bei der Hundesteuer soll mit 90 statt 60 Euro (für den ersten Hund) und 600 Euro für gefährliche Hunde kräftig hingelangt werden. Zum Plan gehört auch, die Steuern auf Spielapparate mit Gewinnchance auf 18 Prozent der Bruttokasse (bisher 12 Prozent) zu erhöhen. Bei Apparaten ohne Gewinnmöglichkeit will die Gemeinde künftig 100 statt 75 Euro je Kalendermonat und Gerät in Rechnung stellen.

Über die Steuererhöhungen wird jetzt in den Ausschüssen der Gemeindevertretung beraten. Wenn sie ab Januar einnahmewirksam werden sollen, muss das Kommunalparlament für die entsprechenden Beschlüsse vor Weihnachten noch einmal zusammentreten. (ppw)

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