Lohfelden investiert 600 000 Euro in Rückhaltebecken

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Hier entsteht das Regenrückhaltebecken: Projektleiterin Sylvia Bittner (40) vom Bauamt der Gemeinde Lohfelden steht auf der bereits abgeholzten Teilfläche der Streuobstwiese. Im Hintergrund sieht man die Auto-Waschanlage, die zur Tankstelle im Waldauer Weg gehört.

Lohfelden. Im Juli werden die Bagger anrollen, um auf der Streuobstwiese hinter der Autowaschanlage am Waldauer Weg in Lohfelden den Boden für ein Regenwasserrückhaltebecken auszuheben.

Die Gemeinde investiert für die Anlegung des 1500 Kubikmeter Niederschlagswasser fassenden Sammlers mehr als 600 000 Euro.

Anlass für die Maßnahme ist eine Auflage des Regierungspräsidiums Kassel, das noch aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Entwässerungssystem im Gewerbegebiet am ehemaligen Fieseler Werk bis Ende des Jahres auf den heutigen Stand der Technik zu bringen.

Der rechtliche Rahmen für das Projekt konnte durch die einmütige Zustimmung der Gemeindevertretung zur notwendigen Anpassung der Bauleitplanung geschaffen werden. Dem Rückhaltebecken soll ein Absetzbecken vorgeschaltet werden. Als Vorfluter für den Ablauf aus dem neuen Sammelbecken für Niederschlagswasser ist der Feldbach vorgesehen mit dem Regenrückhaltebecken der Gemeinde Lohfelden auf Kasseler Gebiet.

„Dessen Kapazität werden wir um 500 Kubikmeter erhöhen“, sagte Bauamtsleiter Rolf Schweitzer; das Wasser laufe von dort dann über den Rothenbach weiter in die Fulda. Das Fassungsvermögen des Wälzebachs sei erschöpft. Der komme als Vorfluter nicht in Frage, weil es dort bereits jetzt bei größeren Regengüssen zu Rückstauungen in den Kanal am Fieseler Werk komme, sagte Schweitzer.

Für das neue Sammelbecken werden 3000 Quadratmeter der Streuobstwiese in Anspruch genommen. Diese Teilfläche geht als extern bewirtschaftete Obstwiese mit Schafshaltung verloren. 25 Obstbäume mussten gefällt oder versetzt werden. „Wir bedauern den Eingriff, aber die Gemeinde hat zugunsten der Natur durch die Umwidmung einer bisherigen Gewerbefläche innerhalb der Obstwiese und durch eine Ausgleichsfläche an der Wahlebachaue Zugeständnisse gemacht“, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Umwelt- und Naturschutz der Gemeinde Lohfelden, Dieter Werner.

Außerdem seien auf der Streuobstwiese sechs zusätzliche Nistkästen für Meisen und Gartenrotschwänze angebracht worden, so Werner.

Einspruch der Kreisbauern

Über den Einspruch des Kreisbauernverbandes, der den Flächenausgleich am Wahlebach wegen der Beeinträchtigung der Produktion hochwertiger, regional erzeugter Lebensmittel ablehnte, setzte sich die Gemeindevertretung mit ihrem Abwägungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans hinweg.

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