Jahrelanger Streit geht vor dem Oberlandesgericht weiter

Baulandpreise am Lindenberg: Lohfelden legt jetzt Berufung ein

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Streit um Grundstückspreise: Auf dem Lindenberg bei Lohfelden entstehen 400 neue Wohnungen. Die Auseinandersetzungen um die Entschädigung der früheren Grundstückseigner dauern nun schon viele Jahre. Unser Bild zeigt den letzten Bauabschnitt, hier werden ausschließlich energiesparsame Passivhäuser errichtet.

Lohfelden. Der Rechtsstreit einer Erbengemeinschaft und der Gemeinde Lohfelden um den Kaufpreis für zu Bauland gewordene Äcker im Neubaugebiet am Lindenberg  geht in die nächste Runde: Die Gemeindevertretung hat jetzt beschlossen, gegen das Urteil des Landgerichts Berufung einzulegen.

Der Gemeindevorstand begründete den Gang zum Oberlandesgericht Frankfurt mit den wirtschaftlichen Folgewirkungen, die der Kasseler Richterspruch gehabt hätte. Unterliege die Gemeinde in dem Prozess gegen die beiden enteigneten Grundbesitzerinnen, müsste sie auch allen anderen Alteigentümern am Lindenberg die Differenz zum damaligen Kaufpreis nachzahlen, erklärte Bürgermeister Michael Reuter (SPD).

Teilerfolg erreicht

Ob auch die Klägerinnen in die Berufung gehen, ist noch nicht bekannt. Sie hatten sich vor dem Landgericht gegen den als zu niedrig erachteten Kaufpreis von 19 Euro gewendet und mit mehr als 26 Euro/Quadratmeter zuzüglich Wertsteigerungen zumindest einen Teilerfolg erreicht.

Der Gemeinde Lohfelden drohen im Falle einer endgültigen Prozess-Niederlage Entschädigungszahlungen von deutlich mehr als 2 Millionen Euro. Verwaltungschef Reuter unterstrich gegenüber der Presse, dass die Gemeinde Lohfelden sowohl beim Ankauf als auch bei der Weiterveräußerung des Baulands verpflichtet gewesen sei, der Wertermittlung des Gutachterausschusses beim Landkreis Kassel zu folgen. Man wolle den Gutachterausschuss jetzt zur Unterstützung im Klageverfahren auffordern, erklärte Michael Reuter.

Im Neubaugebiet am Lindenberg sind in den vergangenen fünf Jahren mehr als 300 Bauplätze ausgewiesen worden. Die Gemeinde verkauft die von den Alteigentümern am Lindenberg erworbenen Flächen für einen Quadratmeterpreis von 110 Euro inklusive Erschließungsleistungen an Bauwillige weiter. Das sei der vom Gutachterausschuss anerkannte Marktpreis, bestätigte der stellvertretende Leiter der Kämmerei, Thorsten Bürgel, der HNA auf Nachfrage.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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