Region stand unter Schock

Vor 15 Jahren starb Lohfeldener Thorsten Tragelehn durch Messerstich

Erinnerung: Nahe dem Tatort erinnert ein Gedenkstein an den gewaltsamen Tod von Thorsten Tragelehn. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Die Tat erschütterte Lohfelden und die gesamte Region: Heute vor 15 Jahren, in der Nacht vom 3. auf den 4. September 1999, wurde Thorsten Tragelehn umgebracht. Er wurde nur 20 Jahre alt.

Ein kleiner Gedenkstein am Rande des Tatorts erinnert an den Tod des jungen Lohfeldeners, der während eines Heimatfestes im Nordhessenstadion bei einer Massenschlägerei unter ausländischen und deutschen Jugendlichen durch Messerstiche tödlich verletzt wurde.

Die fünf an der Tat Beteiligten wurden im September 2000 vom Landgericht Kassel zu Jugend- und Haftstrafen verurteilt. Der Hauptangeklagte, ein zum Tatzeitpunkt 17-jähriger Türke, erhielt eine Jugendstrafe von sieben Jahren wegen Totschlags. Die Mordanklage gegen ihn hatte die Staatsanwaltschaft zuvor fallen gelassen. Wie lang der Haupttäter hinter Gittern saß, wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Dr. Götz Wied, wegen des Resozialisierungsgedankens nicht mitteilen. Gegen die Mittäter - drei Türken und ein Iraner - verhängte das Gericht zum Teil mehrjährige Strafen.

Thorsten Tragelehn

Die Familie Tragelehn kann sich der unverminderten Anteilnahme vieler Mitbürger am tragischen Tod ihres beliebten und im Handball aktiven Sohnes sicher sein. „Thorsten wollte doch nur vermitteln und dann hat es ihn getroffen“, sagt ein älterer Mitbürger, der wie viele Lohfeldener heute noch von der Gewalttat geschockt ist. Er habe sich am Sonntag nach der Tat an dem großen Trauerumzug durch den Ort beteiligt, auf den üblichen Festzug mit lauter Musik sei bewusst verzichtet worden, so der Rentner aus Ochshausen.

Seit dem tragischen Geschehen vom 3. September 1999 gehören Heimatfeste im Nordhessenstadion der Vergangenheit an. Stattdessen werden in den Ortsteilen im jährlichen Wechsel folkloristisch geprägte Dorffeste organisiert. Laut Bürgermeister Michael Reuter werden überdies bei allen größeren Veranstaltungen der Gemeinde Sicherheitsdienste beschäftigt, um Geschehnisse wie 1999 auszuschließen.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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