Urteil des Amtsgerichts Kassel verworfen

Gefährliche Körperverletzung: Mann zu Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt

Espenau/Lohfelden/Kassel. Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten hat die 7. Strafkammer des Landgerichts Kassel am Freitag einen 26 Jahre alten Mann aus Kassel verurteilt, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird.

Damit verwarf das Landgericht ein Urteil des Amtsgerichts Kassel. Axel Dohmann, Anwalt des Angeklagten, forderte eine Bewährungsstrafe von „nicht mehr als einem Jahr“.

Das Amtsgericht hatte den Mann am 30. Januar 2014 wegen gefährlicher Körperverletzung sowie fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt. Der Angeklagte hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt.

Teil der Bewährungsauflage ist nach dem neuen Urteil eine Zahlung von 3000 Euro, die nach Angaben des Vorsitzenden Richters auf den Schmerzensgeldanspruch des 23-jährigen Opfers anzurechnen ist. Wie hoch der Schadenersatz und der Schmerzensgeldanspruch sein werden, ist Thema eines noch folgenden zivilen Rechtsstreites. Das sagte Ralf Schelkmann, Anwalt des Opfers. Er bedauere, dass der 26-Jährige den Namen eines Mittäters nicht genannt habe – „aus Ganovenehre“. Ein Erfolg sei jedoch, dass der Angeklagte die zivilrechtliche Haftung anerkannt habe.

Der Verurteilte hatte sein Studium abgebrochen und lebt zurzeit von Arbeitslosengeld. Da er mit dem gestrigen Urteil den vor 19 Monaten entzogenen Führerschein wiederbekam, will er nun wieder als Minicarfahrer arbeiten und mit seiner schwangeren Lebensgefährtin zusammenziehen. Der Vorsitzende Richter sprach von einer günstigen Sozialprognose, da der 26-Jährige die Tat eingestanden und Verantwortung übernommen habe. Ihm „tut leid, was passiert ist“. Die Zahlung von 50 Euro pro Monat an das Opfer sollte möglich sein, sagte der Richter.

Der Angeklagte soll am 16. Februar 2012 gemeinschaftlich mit einem unbekannt gebliebenen Mittäter den damals 20-Jährigen in Lohfelden abgepasst haben. Er und der Mittäter waren laut Staatsanwaltschaft mit Sturmhauben maskiert. Sie sollen auf den Lohfeldener unter anderem mit einem Schlagstock eingeschlagen haben, selbst als das Opfer schon am Boden lag.

Zudem hatte der Angeklagte am 26. April 2013 mit einem Minicar auf der Kreisstraße in Hohenkirchen einen Unfall verursacht, weil er laut Staatsanwaltschaft mit überhöhter Geschwindigkeit in den Kreisel gefahren sei. Das Auto prallte gegen einen Felsen mit Kunstwerk, der Beifahrer wurde verletzt. (m.s.)

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