Kilometerlanger Rückstau sorgt oft für Behinderungen

A7-Baustelle ist gefährliches Nadelöhr: Schon 19 Unfälle

Enge Baustelle auf der A7: Zwischen Kassel-Mitte und Kassel-Ost (unser Bild zeigt den Blick nach Norden) staut sich täglich der Verkehr. Vor allem auf der rechten Spur Richtung Süden (im Bild ganz links) reiht sich Lkw an Lkw. Oft reicht der Rückstau bis hoch zum Sandershäuser Berg. Foto: Ketteritzsch / Montage: HNA

Die A7-Lärmschutzbaustelle im Abschnitt bei Kassel/Lohfelden erweist sich immer mehr als Nadelöhr - nicht nur in Fahrtrichtung Norden, wo die drei Spuren verengt sind.

Sondern auch nach Süden. Dort staut sich vor dem Kreuz Kassel-Mitte regelmäßig der Verkehr auf der rechten Fahrspur. Der Rückstau reicht oft kilometerweit über Kassel-Ost und Kassel-Nord bis hoch zum Sandershäuser Berg zurück. Täglich gibt es gefährliche Situationen auf diesem Autobahnabschnitt. 19 Unfälle hat die Polizei seit Einrichtung der Baustelle Mitte März hier registriert.

Zuletzt gab es hier am Mittwochmorgen einen schweren Unfall: Ein 41 Jahre alter Lkw-Fahrer prallte am Stauende laut Polizeisprecher Torsten Werner nahezu ungebremst auf einen stehenden Lastwagen. Der Fahrer wurde dabei lebensgefährlich verletzt.

Das Nadelöhr verursacht weitere Probleme: Autofahrer, die nach Kassel oder auf die A49 abfahren wollen, müssen sich auf die rechte Spur einordnen. An zwei Stellen werden sie durch Schilder zum Spurwechsel aufgefordert. Doch auf der rechten Spur fahren meist in einer endlosen Schlange Lkw hinter Lkw, der Wechsel nach rechts ist da oft gar nicht möglich. Verkehrsteilnehmer berichten, dass sie von Lkw-Fahrern nicht hereingelassen wurden, die Abstände zwischen den Lastwagen seien auch sehr gering.

Eine Autofahrerin aus Göttingen berichtet, dass sie sich bereits eine Alternativroute überlegt, um den gefährlichen Spurwechsel zu vermeiden: bis zum Kreuz Kassel-Süd fahren, dort auf die A44 und dann über Wilhelmshöhe zurück in die Stadt. Geschätzte zusätzliche Fahrzeit: eine knappe halbe Stunde.

Gibt es Möglichkeiten, die Situation zu entzerren? Etwa, indem man die Lastwagen, die auf der A7 weiter Richtung Süden fahren wollen, auf die mittlere Spur leitet und nur die Lkw, die bei Kassel-Mitte abbiegen wollen, auf der rechten Spur führt.

Nein, heißt es dazu von der Verkehrsbehörde Hessen Mobil. „Der Lkw-Verkehr kann nicht mit übergeleitet werden“, erklärte Sprecher Gerd Bohne auf Anfrage der HNA. Sonst müssten die drei Spuren der Nordrichtung verschmälert werden. Dies sei aber nicht möglich, „hier haben wir schon auf ein Minimum reduziert“, so der Hessen-Mobil-Sprecher. Die Spurbreite beträgt hier nur 2,60 Meter, 2,75 Meter und 3,25 Meter. Außerdem vermeide man aus Sicherheitsgründen grundsätzlich eine Überleitung des Lkw-Verkehrs in Baustellen.

In Südrichtung sind die Spuren im A7-Baustellenbereich 4,50 Meter, 3,00 Meter und 2,85 Meter breit. Auf den Hinweisschildern ist die Breite der linken Spur nur mit 2,20 Meter angeben. Die Differenz erkläre sich durch eine Sicherheitszugabe, heißt es von Hessen Mobil.

Problematisch ist auch die Auffahrt von der Anschlussstelle Kassel-Ost auf die A7. Wegen des Staus der Lkw auf der rechten Spur ist es oft schwierig, auf die Autobahn zu gelangen. Auch hier kommt es immer wieder vor, dass Lkw-Fahrer durch zu dichtes Auffahren die Auffahrt unmöglich machen.

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