Offener Brief: Ärger um Straßensanierung in Vollmarshausen

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Wird saniert: In der Oberbreite in Vollmarshausen (Bild) sollen – wie auch im Obergarten und im Brückebach – die Leitungen für Kanal und Wasser sowie der Straßenbelag erneuert werden. Bei Anliegern ist das Projekt umstritten.

Lohfelden. Die geplante Sanierung von Kanal- und Wasserleitungen sowie dreier Straßen in Vollmarshausen erhitzt die Gemüter von Anliegern. Nun haben einige von ihnen einen offenen Brief an die Gemeinde formuliert, in dem sie gegen die Baumaßnahmen protestieren.

Hintergrund ist die Beteiligung der Grundstücksbesitzer an Oberbreite, Obergarten und Brückebach an den Kosten für die Straßensanierung.

„Treiben Sie bitte die Einwohner unseres Wohnquartiers nicht in persönliche Notlagen“, heißt es in dem offenen Brief. Mit erforderlichen Reparaturen von Kanälen, Leitungen und Straßenbelag sei man einverstanden. „Aber verzichten Sie auf Grundsanierung und Vollausbau der Straßen im Wohngebiet.“

Auf diese Forderung will die Gemeinde aber nicht eingehen, das machte Bürgermeister Michael Reuter (SPD) im Gespräch mit der HNA deutlich. „Die Maßnahme wird durchgeführt, die Beschlüsse der Gemeindevertretung sind gefasst. Ein Stopp ist nicht mehr möglich.“

Man sei den Anwohnern weitestmöglich entgegengekommen. Seit einem Jahr habe man in drei Anliegerversammlungen und vielen Einzelgesprächen über die notwendigen Bauarbeiten intensiv informiert. „Dabei haben wir zugunsten der Anwohner alle unsere Ermessensspielräume ausgenutzt“, sagte der Bürgermeister. Viele der betroffenen Anlieger hätten sich im Laufe dieses Dialogs von der Notwendigkeit des Projekts überzeugen lassen.

Die Arbeiten müssten erledigt werden, sagte Reuter. Bei Kamerabefahrungen seien Schäden an den über 50 Jahre alten Kanalrohren festgestellt worden, die Videoaufnahmen habe man den Betroffenen auch gezeigt.

Die forderten eine Sanierung des Kanals im Inlinerverfahren, also ohne die Straße aufzureißen. Man habe dies zwar mit ausgeschrieben, sagte Bauamtsleiter Rolf Schweitzer. Das löse aber andere Probleme nicht. Denn auch weitere Leitungen, etwa fürs Trinkwasser, müssten erneuert werden. Und auch beim Inlinerverfahren müsse die Straße an den Zugangspunkten aufgerissen werden. Auf dem Straßenbelag entstehe so ein Flickenteppich. Nach einigen Jahren müsse die Straßendecke dann doch komplett erneuert werden, das Problem werde so nur in die Zukunft verschoben.

Die Bauarbeiten wurden vom Bauamt bereits ausgeschrieben. Mitte April wird der Gemeindevorstand die Aufträge vergeben. Im Mai soll dann mit den Bauarbeiten begonnen werden. Sie werden sich bis Mitte 2016 hinziehen.

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