Vergebliches Warten auf den Bus: Ärger über Verbindung zur Söhreschule

Warten im Schneetreiben: Auch in der vergangenen Woche mussten Fahrschüler aus Bergshausen bei Minustemperaturen wieder lange auf den Schulbus warten. Am Mittwoch traf er zehn Minuten später am Taunusweg ein. Der NVV begründete die Verspätung mit den eingetretenen Schneefällen. Unser Bild zeigt (von links) die Söhreschüler Simone, Dominique, Robin, Domian und David. Foto: Wohlgehagen

Fuldabrück/Lohfelden. Schon zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen warteten viele Bergshäuser Söhre-Schüler an der Haltestelle am Taunusweg vergeblich auf den Bus.

Der sollte sie um 7.53 Uhr nach Lohfelden bringen: Am vergangenen Montag fiel die einzige direkte Schülerbus-Tour zum Schulbeginn der Gesamtschule in Lohfelden wieder mal aus. Grund war laut Nordhessischem Verkehrsverbund (NVV) eine Türstörung am Fahrzeug: „In der Morgenstunde konnte so schnell kein zeitgerechter Ersatz gestellt werden“, sagte Sabine Herms der HNA. Die NVV-Sprecherin betonte, dass nur drei von bisher 190 Fahrten auf der Linie 36 in diesem Jahr nicht stattfinden konnten. Der NVV habe das beauftragte Busunternehmen BVH jedoch „nochmals sensibilisiert, Ausfälle in Zukunft kurzfristig aufzufangen“.

Regelmäßig zu spät

Doch Schüler und Eltern belastet noch viel mehr: Die Kinder und Jugendlichen stehen nach den Schilderungen morgens sehr häufig in der Kälte, weil der Bus mit bestimmter Regelmäßigkeit bis zu 15 Minuten zu spät kommt, hieß es. „Außerdem fuhren die direkten Busse früher im Stundentakt“, aber seit dem Fahrplanwechsel vor einem Jahr gebe es auch mittags bei den Rückfahrten Probleme, sagte der Vater eines Fünftklässlers, weil die Verbindungen auf der Linie 35 praktisch halbiert worden seien.

Wenn sein Sohn um 11.30 Uhr Schulschluss habe, fahre der Bus erst um 12.30 Uhr, dann aber in Fuldabrück nur bis zur Neuen Straße. Seien die Kinder auf den Bus um 13.40 Uhr angewiesen, kommen sie nur bis zur Autobahn-Raststätte. Von dort müssten sie über die gefährliche, fußweglose Autobahnbrücke mehr als 1,5 Kilometer nach Hause laufen, sagte der verärgerte Vater der HNA.

Die Pressesprecherin des NVV bestätigte die Halbierung des Busangebots von und nach Bergshausen. Dies gehe auf die Gemeinde Lohfelden zurück, die eine kostenneutrale Bedienung des SVG-Autohofs Lohfeldener Rüssel gewünscht habe: „Da es für die Linie 35 von der Gemeinde Fuldabrück keinen Zuschuss gibt, wurde so entschieden“, sagte Sabine Herms.

„Wir wollten die Einbeziehung des Autohofs, aber keine Ausdünnung der Fahrten nach Bergshausen“, sagte Jochem Wenigmann, Leiter der Finanzabteilung im Lohfeldener Rathaus. Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) waren die Bus-Probleme der Schüler aus Bergshausen in dieser Form nicht bekannt, der Verwaltungschef behielt sich jedoch eine Stellungnahme vor.

Die betroffenen Schüler sind stocksauer: Der Bus komme morgens zu spät oder gar nicht, kritisieren sie. Und mittags seien die Fahrzeuge so voll, dass man manchmal gar nicht mitgenommen werde, hieß es.

Eine Mutter befürchtet, dass wegen der ungünstigen Busverbindungen die sozialen Kontakte mit Schulkameraden aus Lohfelden auf der Strecke bleiben. Der Fahrplan nehme ohnehin keine Rücksicht auf den Ganztagsschulbetrieb.

Schulleiter Arno Scheinost hat Verständnis für die Kritik: „Ich trete für eine schnelle Verbesserung des Fahrplans und für Notfallregelungen bei kurzfristigen Ausfällen von Bussen ein“, sagte er der HNA.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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