Werra-Meißner liefert 12.000 Tonnen Grünabfälle

Anschub für mehr Biogas

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Mehr Fermenter geplant: Dort, wo jetzt noch bergeweise Bioabfälle gelagert werden, sollen drei weitere garagenartige Gärbehälter angebaut werden. Fotos:  Dilling

Lohfelden/Werra-Meißner-Kreis. Die Gemeinde Lohfelden hat bisher weniger Biogas als versprochen aus der Bioabfallvergärungs- und Kompostierungsanlage des Landkreises Kassel bei Lohfelden-Vollmarshausen erhalten. Das soll sich bald ändern:

Ab 2015 bekommt die Biogasproduktion dann richtigen Anschub: Ab 1. April 2015 erhält die Anlage zusätzliches „Futter“ aus dem Werra-Meißner-Kreis. Der wird 20 Jahre lang jährlich 12.000 Tonnen Bioabfälle nach Vollmarshausen liefern. Dadurch soll die Gasproduktion auf 1,8 Millionen Kubikmeter steigen. Im Vorfeld investiert der Landkreis Kassel 3,8 Millionen Euro in die Erweiterung der Anlage.

Ein entsprechender öffentlich-rechtlicher Vertrag wurde gestern von Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) und Jürgen Herwig (SPD), Vorsitzender des Zweckverbands Abfallwirtschaft Werra-Meißner-Kreis und Bürgermeister von Hessisch-Lichtenau, sowie Rainer Wallmann (Grüne), Vizelandrat des Werra-Meißner-Kreises, unterzeichnet. Der Werra-Meißner-Kreis schultert damit auch das wirtschaftliche Risiko der mit erheblichem Defizit gestarteten Anlage mit.

Vorläufig sei geplant, dass der Eigenbetrieb des Kreises Kassel die Tonne Bioabfall für 60,16 Euro abnehme, sagte Herwig. Bisher liefert der Zweckverband an eine private Kompostierungsanlage im Werra-Meißner-Kreis. Durch den Wechsel kämen auf die Bürger keine höheren Entsorgungskosten zu, versicherte Herwig. Für den Werra-Meißner-Kreis sei der Vertrag ein Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Region, sagte Wallmann.

Durch den Lieferanten sänken die Verwertungskosten in der Anlage um rund fünf Euro, sagte Selbert. Der Landkreis Kassel werde drei neue Fermenter an die vorhandenen acht anbauen, erklärte Uwe Pietsch, Leiter der Eigenbetriebe im Landkreis Kassel. Außerdem habe man bereits begonnen, die sogenannte Nachrotte, auf der die Gärreste zu hochwertigem Kompost und Erden verarbeitet werden, deutlich zu vergrößern. Mit den Vorarbeiten zur Erweiterung werde man in Kürze beginnen, mit dem Regierungspräsidium führe man schon Gespräche über die Genehmigung.

Dieses Jahr werde die Anlage ihr Soll von 1,5 Millionen Tonnen erreichen, sagte Selbert. Trotz des wegen der Minderbelieferung der Gemeinde Lohfelden entstandenen Defizits, das der Kreis ausgeglichen habe, habe man unterm Strich 2013 einen kleinen Gewinn von 11.000 Euro gemacht.

Von Peter Dilling

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