Nadelöhr für Busse und Autos

Baustelle in Lohfelden bringt Fußgänger in Gefahr

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Ortstermin: Dominik Haferburg (von links), Birgit Kaiser-Wirz, Peter Barthel, Bärbel Fehr und Thomas Wirz von der CDU testeten den beampelten Überweg vor der A7-Baustelle.

Lohfelden. Während des achtstreifigen Ausbaus der Autobahn 7 ist eine Umleitung über die Ochshäuser Dorfstraße eingerichtet - und die ist zu einer Gefahrenquelle für Fußgänger geworden. 

Liegt im Schnee: Das Straßenschild dient eigentlich der Warnung.

Voraussichtlich noch bis Ende 2018 werden die Lohfeldener mit der Baustelle auf der Ochshäuser Dorfstraße im Zuge des achtstreifigen Ausbaus der A7 unter der Autobahnbrücke leben müssen, wie Bürgermeister Uwe Jäger (SPD) jüngst in der Gemeindevertretersitzung mitteilte. Da sollte man meinen, dass für eine solche Dauerbaustelle alles für die Sicherheit von Autofahrern und Fußgängern, die die Fahrbahn vor der Brücke queren müssen, getan wird.

Doch die Realität stellt sich anders dar: Ein Warnschild liegt viele Meter von der Fußgängerampel der Baustelle entfernt im Schnee, Aufstellmarkierungen für Fahrzeuge sind verwittert, Autos und Busse müssen sich an den mobilen Ampeln vorbeizwängen. Für Fußgänger ist wenig Platz, von Rollstuhlfahrern und Kinderwagen ganz zu schweigen. Die provisorisch betonierten, schmalen Rampen an den Bürgersteigkanten dürften Gehbehinderte vor Probleme stellen.

Unfall unter der Brücke

Die Lohfeldener CDU spricht sogar von einem untragbaren Zustand. „Dringendes Handeln“ sei gefordert. „Die Querungsstelle für Fußgänger muss deutlich erkennbar und abgesichert sein“, sagt der stellvertretende Fraktionschef Dominik Haferburg. Die Situation habe sich für Passanten nach dem Unfall vom 15. Januar noch verschlechtert.

Bei diesem Verkehrsunfall war ein 43-Jähriger mit seinem VW-Touran auf dem Weg nach Kassel vor der Baustelle nach links von der Straße abgekommen und in Höhe es beampelten Fußgängerüberwegs auf die Böschung des Wahlebachs gefahren. Dabei wurde die Ampel beschädigt. Zwar hatte der Unfall nach Angaben der Polizei nichts mit dem Zustand der Baustelle zu tun. Aber die Folgen wären nicht auszudenken gewesen, wenn in diesem Moment Fußgänger an der Ampel gewartet hätten. Denn dort ist der Bürgersteig extrem eng, ein Ausweichen kaum möglich.

Es sei nun alles noch schlimmer, sagt Haferburg. Denn nach dem Unfall habe Hessen Mobil die Ampeln auf die ohnehin schon enge Fahrbahn gestellt. Der Bedienungsknopf für Lichtzeichenanlage befinde sich auf der falschen Seite des Ampelmasts, so dass Fußgänger die Straße betreten müssen, um Grün anzufordern. Die CDU-Vertreter plädieren dafür, die Ampelquerung Richtung Faustmühlenweg zurückzusetzen, wo mehr Platz und Übersicht sei.

Bürgermeister Jäger verweist auf Anfrage der HNA auf die Zuständigkeit von Hessen Mobil. Am Montagmittag baten wir die Straßenbaubehörde um eine Stellungnahme. Diese blieb jedoch bis zum Redaktionsschluss am Dienstag aus.

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