Beteiligung mit Hürden

Energiegenossenschaft will zwei Mio. in Windpark Söhre investieren

Christian

Lohfelden. Der Windpark in der Söhre ist seit Jahresbeginn in Betrieb, aber noch steht nicht fest, ob sich die Energiegenossenschaft Söhre beteiligen wird: Es liege zwar ein Angebot der Städtischen Werke vor, aber bei der Einsammlung des Beteiligungskapitals von Mitgliedern müsse die Genossenschaft noch Hürden überwinden, sagte der   Vorstandssprecher.

Man werde nach dem Kapitalanlagen-Gesetz wie eine Investment-Gesellschaft behandelt, das setze professionelle Strukturen in der Geschäftsführung voraus, so Vorstandssprecher Christian Kulpe bei der Generalversammlung in Lohfelden.

Die Städtischen Werke haben den Energiegenossenschaften Söhre, Niestetal, Kaufungen und Kassel eine Drittelbeteiligung am Betrieb ihrer sieben neuen Windräder und der Fotovoltaik-Freianlage am Sandershäuser Berg angeboten. Dem Vernehmen nach soll den Söhre-Genossen auf diesem Wege ermöglicht werden, zwei Millionen Euro zu investieren.

Das sei nicht ohne Probleme möglich, sagte Kulpe, der Beteiligungsprospekt müsse von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) genehmigt werden. Die dabei gestellten Anforderungen an die Fachkunde der Geschäftsführung und das Controlling seien enorm hoch, das sei im Ehrenamt nicht zu schaffen. Der Vorstandssprecher der Genossenschaft Söhre riet daher zur Kooperation mit benachbarten Energiegenossenschaften, nur so könne die erforderliche Professionalisierung der Geschäftsführung finanziert und eine wirtschaftliche Tragfähigkeit der Beteiligung an Großprojekten erreicht werden.

Mitglieder der Energiegenossenschaft Söhre machten die Bundesregierung für die Probleme verantwortlich. Karl-Heinz Fischer brachte die Kritik auf den Punkt: „Wir sind es, die dem Staat unter die Arme greifen, man kann den Bürgerwillen nicht einfach zu den Akten legen“, sagte der Lohfeldener.

Die Verantwortlichen der Energiegenossenschaft Söhre streben eine schnelle Professionalisierung ihrer Geschäftsführung innerhalb eines größeren Verbunds mit benachbarten Energiegenossenschaften an, um die Genehmigung von Kapitalbeteiligungen zu erreichen.

Hinter den Kulissen ist man offensichtlich schon einen Schritt weiter: „Wir sind auf dem Weg zu einer Fusion mit der Söhre-Genossenschaft“, verriet Wolf Diethart Breidenbach, Vorsitzender der Energiegenossenschaft Kassel, in Lohfelden.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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