Pläne für leer stehenden Gartenmarkt

Flüchtlings-Unterkunft bei Hornbach: Betten sind Mangelware

Hier sollen Flüchtlinge unterkommen: Im früheren Gartenmarkt Hornbach im Gewerbegebiet Lohfelden will das Regierungspräsidium eine Erstaufnahme-Einrichtung unterbringen. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. In dem leer stehenden Hornbach-Gartenmarkt in Lohfelden soll eine Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge untergebracht werden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wann soll die Entscheidung über die Unterkunft gefällt werden? 

Möglichst bald. Aber noch verhandeln das Regierungspräsidium Kassel und der Eigentümer, die Berlinovo Immobilien Gesellschaft (Berlin), über die Bedingungen.

Worum geht es dabei im Einzelnen? 

Natürlich um die Mietkosten, aber auch um die Zeitdauer. Im Gespräch ist nach Informationen der HNA ein Mietzeitraum über das Frühjahr 2016 hinaus.

Wie viele Flüchtlinge sollen hier untergebracht werden? 

Das Regierungspräsidium hat sich nicht genau festgelegt, als Größenordnung wurde die Zahl 750 genannt.

Ist die Immobilie dafür geeignet? 

Das Regierungspräsidium meint: Ja. Kreissprecher Harald Kühlborn fügt hinzu: „Auch ein suboptimaler Gartenmarkt ist besser als ein Zelt.“ Das Gebäude ist in gutem Zustand, es gibt Strom, Wasser und eine Heizung. Ein Nachteil: Das Gebäude hat große Glasflächen.

Was muss umgebaut werden? 

Es müssen Waschanlagen, Duschen, Toiletten für die vielen Menschen installiert werden - entweder im Haus selbst, was länger dauert, oder man stellt Container auf. Aber Sanitärcontainer sind nur noch schwer zu bekommen, heißt es aus dem Regierungspräsidium, der Markt sei abgegrast. Ebenso bei den Betten, die seien bundesweit Mangelware. Man überlege, Stockbetten aus Holz zu beschaffen oder bauen zu lassen, die seien haltbarer als Feldbetten.

Ist der Eigentümer Flüchtlingen gegenüber aufgeschlossen? 

Ja. Man habe an anderen Orten an Behörden vermietet, um Flüchtlinge unterzubringen, sagt Berlinovo-Sprecher Stefan Siebner der HNA.

Die Immobilie liegt im Gewerbegebiet Lohfelden. Darf hier überhaupt Wohnraum geschaffen werden? 

Normalerweise nicht. Aber angesichts der Flüchtlingswelle hat die Bundesregierung Ende 2014 das Baugesetzbuch geändert. Seither ist die Errichtung von Flüchtlings-Unterkünften in Gewerbegebieten erlaubt. Dies gilt befristet bis 2019. Das hessische Verkehrsministerium hat die Befristung im August für Hessen aufgehoben, um die Einrichtung von Unterkünften zu erleichtern.

Was sagt Lohfelden zu einer möglichen Unterkunft in der Gemeinde? 

„Wir sind bereit zu helfen“, sagt Bürgermeister Michael Reuter (SPD). Er spüre eine große Bereitschaft in der Bevölkerung und sei von etlichen Bürgern angesprochen worden. Er hat Kontakt mit Kirchengemeinden, Schulen, Feuerwehr und dem Gewerbeverein aufgenommen. Alle sollen eingebunden und bei einer Infoveranstaltung informiert werden, sobald die Entscheidung für Hornbach gefallen ist.

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