CDU will Gebäudekomplex verkaufen

Diskussion um Gasthaus "Grüner Baum" in Lohfelden

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Treffpunkt im Ort: Die CDU hatte vorgeschlagen, die Gaststätte Grüner Baum in Vollmarshausen mitsamt Familienraum zu verkaufen, um Geld zu sparen.

Lohfelden. Das Gasthaus Grüner Baum im Lohfeldener Ortsteil Vollmarshausen ist ein Treffpunkt im Ort. Viele Familienfeiern wurden in dem von der Gemeinde verpachteten Haus schon gefeiert und auch im Alltag trifft sich dort das Dorf. Das sagt zumindest die SPD-Fraktion. Die CDU hingegen würde das Haus am liebsten verkaufen.

Auf diese Weise wolle man Kosten sparen, um damit das ohnehin große Haushaltsdefizit zu verringern.

Die Diskussion über den Verkauf des Gebäudekomplexes – dazu gehören Gaststätte, Familienraum und Mietwohnungen – ist mit einer Entscheidung der Gemeindevertreter vorerst vom Tisch. Die Zahlen belegen allerdings: Während die Wohnungen vermietet sind und die Gaststätte von den Vollmarshäusern noch regelmäßig aufgesucht wird, wird der Familienraum immer seltener genutzt. Hatte es 2014 noch 26 bezahlte Vermietungen gegeben, so sanken diese auf 19 im Jahr 2015 und auf 13 im Jahr 2016.

Ein Grund dafür ist laut Kämmereileiter Thorsten Bürgel, dass der Familienraum nach einem Gerichtsurteil nur noch alle zwei Wochen vermietet werden darf. Ab 22 Uhr muss zudem Zimmerlautstärke eingehalten werden. Anwohner hatten sich nämlich über Lärm beschwert.

„Das schränkt Parties, beispielsweise Hochzeiten, natürlich erheblich ein“, so Bürgel. Neben privaten Feiergesellschaften wird der Familienraum kostenlos an Vereine vermietet oder für gemeindeeigene Veranstaltungen genutzt.

Verkauf scheiterte bislang

6000 Euro Kosten ergeben sich jährlich für die Gemeinde – sie sind das Minus, das sich aus Mieteinnahmen der Wohnungen, des Familienraums und der Pachtzahlung sowie aus den Ausgaben für laufende Kosten und Gebäudeabschreibung ergibt. Laut Buch sei der Gebäudekomplex 850 000 Euro wert. Obwohl das Fachwerkhaus mit dem Familienraum bereits „aufwändig saniert“ wurde, würde der Marktwert aber stark abweichen. „Würden wir das Gebäude für 600 000 Euro verkaufen, hätten wir 250 000 Euro Verlust, der das Haushaltsdefizit noch vergrößern würde.“ Mehrere Versuche, das Haus zu verkaufen, seien in der Vergangenheit gescheitert.

Bürgermeister Uwe Jäger (SPD) hält die Forderung der CDU, den Grünen Baum zu verkaufen, für „absolut daneben. Damit verbauen wir uns, den Vereinen und Verbänden etwas“, sagte er auf der jüngste Sitzung des Parlaments.

„Es gehört nicht zur Daseinsvorsorge einer Gemeinde, eine Gaststätte zu betreuen“, so CDU-Fraktionsvorsitzende Birgit Kaiser-Wirz. Die Gemeinde solle „nicht ihr Tafelsilber verkaufen“, sagte Uwe Stegmann (SPD). Und: Man dürfe die Bürger die Knappheit des Geldes nicht spüren lassen. Auch wurde angeführt, dass nach dem Verkauf des Nahkaufs in Vollmarshausen nicht nun noch eine weitere Begegnungsstätte verloren gehen soll. 

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