Feuerwehr Lohfelden fordert neue Drehleiter

Lohfelden. Die Gemeinde Lohfelden hat kein Geld, der Feuerwehr eine eigene Drehleiter zu kaufen, oder überalterte Einsatzfahrzeuge auszutauschen.

Fast fünf Millionen Euro hat die Gemeinde Lohfelden für das neue Feuerwehrhaus in Crumbach ausgegeben. Aber für weitere große Investitionen in den Brandschutz, wie für eine eigene Drehleiter oder den Austausch überalterter Einsatzfahrzeuge, steht in der finanziell unter Druck geratenen Kommune momentan kein Geld zur Verfügung.

Die Zeit drängt: Wie die HNA erfuhr, wird auf Landesebene längstens noch bis Mai eine für Einsätze in Lohfelden und Umgebung geeignete Drehleiter angeboten. Das Fahrzeug soll mehr als 300.000 Euro kosten. Wird ein Kauf erwogen?

Nach den gesetzlichen Grundlagen müsse man in Lohfelden eine Drehleiter vorhalten: „Es liegen Angebote vor“, bestätigte Gemeindebrandinspektor Michael Kahl auf Nachfrage von Parlamentsmitglied Walter Berthel (SPD), der die Anschaffung einer eigenen Drehleiter als „dringenden Wunsch“ der Einsatzkräfte vorher zum Thema der Jahreshauptversammlung machte.

Man sei hierüber mit den Nachbargemeinden im Gespräch, letztlich ginge es um eine Entscheidung für den ganzen Kasseler Osten, sagte der 1. Beigeordnete Klaus Steffek.

Der stellvertretende Bürgermeister betonte außerdem, dass die für die Freiwillige Feuerwehr bereitgestellten Haushaltsmittel gut angelegt seien und lobte darüber hinaus die erfolgreichen Bemühungen der Brandschützer um den Nachwuchs.

Einsätze immer schwieriger

78 Mal sind die Brandschützer im Vorjahr ausgerückt. Der Fahrzeugpark sei trotz des Alters einiger Fahrzeuge technisch und optisch in sehr gutem Zustand, so Michael Kahl in seinem Bericht. „Die Einsätze werden jedoch immer schwieriger, sagte der Gemeindebrandinspektor.

Das untermauerte sein Stellvertreter Florian Knothe mit Details beispielsweise über Verkehrsunfälle oder Gefahrguteinsätze. Anhand von Fotos belegte Knothe auch den zunehmenden Einsatz von Drehleitern bei Löscharbeiten oder der Bergung von Personen.

Kreisbrandmeister Hans Röntgen war von dem neuen Feuerwehrhaus „sehr angetan“, riet aber zur Aussonderung von Fahrzeugen, die ein gewisses Alter erreicht haben. Timo Schröder kritisierte den zu hohen Aufwand für Verwaltung und Dokumentation.

Das Maß des Erträglichen für das Ehrenamt sei überschritten, sagte der Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes und erhielt dafür viel Beifall. Die Versammlung endete mit zahlreichen Ehrungen und Beförderungen.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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