70 Einsatzkräfte waren vor Ort - Keine Verletzten

Großeinsatz für Feuerwehr in Lohfelden: Natronlauge ausgelaufen

Lohfelden. Zu einem Großeinsatz in Lohfelden ist die Feuerwehr in der Nacht zu Dienstag ausgerückt. Auf dem Gelände der Spedition DB Schenker war Natronlauge ausgelaufen.

70 Feuerwehrleute waren die ganze Nacht im Einsatz. Verletzt wurde niemand.

Aktualisiert um 13.40 Uhr

Um 23.30 Uhr am Montag war die Feuerwehr alarmiert worden. Als der Gefahrgutzug der Lohfeldener Wehr am Einsatzort ankam, tropfte aus dem Kofferaufbau eines Lastwagens eine zunächst unbekannte farblose Flüssigkeit. Sie reagierte mit den Anbauten des Fahrzeugs. Es bildeten sich Schaum und Blasen, berichtete Einsatzleiter Jan Moog der HNA.

In blauen Chemieschutzanzügen errichteten die Feuerwehrleute aus Planen eine Auffangwanne unter dem Lkw, um eine Verseuchung des Bodens zu verhindern. Gleichzeitig wurde eine Dekontaminationsstelle aufgebaut. Die Untersuchung der Ladepapiere des Lkw ergab, dass der Lkw voll beladen war, unter anderem mit diversen Gefahrstoffen. Da unklar war, wie sie miteinander reagieren könnten, wurde zur Unterstützung der Gefahrstoffzug der Feuerwehr Baunatal angefordert. Die Kasseler Berufsfeuerwehr rückte mit einem Container mit zusätzlichen Atemschutzgeräten an.

In schweren Schutzanzügen wurde der Lkw sodann Stück für Stück entladen. Schließlich gelangten die Feuerwehrleute an zwei 24-Liter-Kanister, die Natronlauge enthielten und leck geschlagen waren. Konzentrierte Natronlauge wirkt stark ätzend, bei Kontakt mit den Augen droht Erblindung.

 Die beschädigten Kanister wurden gesichert und geborgen. In Absprache mit der Wasserschutzbehörde, die ebenfalls vor Ort war, wurde die ausgelaufene Flüssigkeit mit Chemikalienbindemitteln aufgenommen. Gegen 6.15 Uhr war der Einsatz beendet. Neben den Wehren aus Lohfelden, Baunatal und Kassel war das Rote Kreuz mit 15 Personen vor Ort. Sie sorgten für die Verpflegung der Einsatzkräfte. Ein Rettungswagen samt Notarzt war ebenfalls im Einsatz, die Polizei sorgte für die Absperrung des Geländes.

„Zu keiner Zeit hat eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden“, sagte Einsatzleiter Moog am Morgen nach dem Einsatz. Auch für das Grundwasser gab er Entwarnung. Dank der schnellen Reaktion der Speditionsmitarbeiter und der Feuerwehr seien keine Schäden für die Umwelt entstanden. Der Speditionsbetrieb kam während der Arbeiten rund um die Unfallstelle jedoch zum Erliegen.

Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von Fahrlässigkeit aus. Die Ladung sei offenbar verrutscht. Vermutlich wurde der Lastwagen in Nordrhein-Westfalen falsch beladen und die Behälter waren schlecht gesichert, sagte Polizeisprecher Torsten Werner der HNA. Zur Höhe des Schadens konnte er keine Angaben machen.

Gefahrgutunfall bei Lohfeldener Spedition

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