Hornbach-Gebäude in Lohfelden: Flüchtlinge in alten Gartenmarkt?

Öffnet sich hier bald die Schranke für Flüchtlinge? Im leer stehenden Gartenmarkt Hornbach im Gewerbegebiet Lohfelden könnte eine Erstaufnahme-Einrichtung des Landes entstehen. Das Regierungspräsidium Kassel hält das Gebäude für geeignet. Foto: Schindler

Lohfelden. Im früheren Gartenmarkt Hornbach im Gewerbegebiet Lohfelden sollen Flüchtlinge untergebracht werden. Das hat das Regierungspräsidium Kassel am Dienstag bestätigt.

Das Gelände erscheine grundsätzlich geeignet, sagte Harald Merz, persönlicher Referent von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke. Man stehe jedoch noch in Verhandlungen mit den Eigentümern. Dabei gehe es nicht nur um finanzielle Fragen, sondern auch um die Dauer der Nutzung. Er hoffe auf eine Einigung, das Ergebnis der Gespräche sei allerdings offen.Etwa 750 Flüchtlinge könnten in dem leer stehenden Gebäude an der Zeppelinstraße /Otto-Hahn-Straße untergebracht werden.

„Hier würde alles gut passen“, sagte Harald Merz als Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Kassel gestern der HNA. Auch die Gemeinde Lohfelden habe ihr Einverständnis gegeben und Unterstützung signalisiert. Voraussetzung sei jedoch, dass die Verhandlungen mit den Eigentümern der Immobilie erfolgreich abgeschlossen werden.

Indessen bereitet sich die Gemeinde bereits konkret auf eine mögliche Unterbringung von Flüchtlingen in Lohfelden vor. „Ich setze jetzt alle örtlichen Handlungsakteure in Kenntnis“, sagte Bürgermeister Michael Reuter (SPD) am Dienstagmorgen im Gespräch mit der HNA. Unter anderem werde er mit den Kirchengemeinden, Schulen und Kindergärten Kontakt aufnehmen.

„Es gibt eine große Hilfsbereitschaft der Bürger in Lohfelden“, sagte der Bürgermeister. In den örtlichen Kindergärten habe man bereits Kinderkleidung für die Flüchtlinge in Calden gesammelt. Die Unterbringung von so vielen Flüchtlingen in Lohfelden bedeute aber einen großen Kraftakt für alle Beteiligten, sagte Reuter. „Wir haben ja keine Übung darin.“ Wenn die Entscheidung für den Standort Hornbach gefallen sei, werde man bei einer Info-Veranstaltung im Bürgerhaus Lohfelden die Einwohner ausführlich informieren. Gedacht sei dies auch „für Bürger, die helfen wollen“. Im Rathaus wolle man die Hilfsangebote koordinieren, so Reuter weiter.

Auch Kreis einbezogen 

Am vergangenen Mittwoch sei er vom Regierungspräsidenten darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass in dem früheren Hornbach-Gartenmarkt gegebenenfalls eine Erstaufnahme-Unterkunft eingerichtet werden solle, berichtete der Bürgermeister.

Neben der Gemeinde waren auch verschiedene Stellen der Kreisverwaltung in die Prüfung des leer stehenden Gebäudes als Flüchtlingsunterkunft einbezogen. „Wir halten die Immobilie grundsätzlich für geeignet“, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn der HNA. Die Bauaufsicht und das Brandschutzamt des Kreises seien an der Prüfung beteiligt. „Wir sehen da keine großen Probleme“, sagte der Kreissprecher. Bei den Fluchtwegen sowie den Toiletten- und Sanitäranlagen gebe es allerdings Handlungsbedarf. Eine Brandmeldeanlage sei vorhanden.

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