Problem: Engpass bei Sanitärcontainern

800 Flüchtlinge werden im Lohfeldener Hornbachmarkt untergebracht

Toilettenhäuschen stehen bereits: Der leerstehende Hornbach-Gartenmarkt in Lohfelden wird zur Erstaufnahme-Unterkunft für Flüchtlinge. Bis zu 800 Menschen sollen hier vorübergehend ein festes Dach über dem Kopf erhalten. Fotos: Schindler

Im leer stehenden Gartenmarkt Hornbach in Lohfelden entsteht eine weitere Flüchtlingsunterkunft. Bis zu 800 Flüchtlinge sollen hier untergebracht werden, teilte das Regierungspräsidium Kassel jetzt mit.

Die Vorbereitungen für die Erstaufnahme-Einrichtung laufen auf Hochtouren. Die gelben Toilettenhäuschen stehen bereits, nun wartet man noch auf Sanitärcontainer mit Duschen und Waschgelegenheiten. Vermutlich in der kommenden Woche sollen die Flüchtlinge bei Hornbach einziehen.

Spekulationen um eine Flüchtlingsunterkunft im früheren Hornbach-Gartenmarkt in Lohfelden gab es schon länger, gestern nun bestätigten das hessische Sozialministerium und das Regierungspräsidium (RP) Kassel entsprechende Informationen der HNA: Bis zu 800 Flüchtlinge sollen hier ein Dach über dem Kopf finden. Geplant ist auf dem weitläufigen Gelände an der Otto-Hahn-Straße/Zeppelinstraße eine Erstaufnahme-Einrichtung des Landes, als Außenstelle der überfüllten Zentrale in Gießen, teilte Ministeriumssprecher Markus Büttner mit. Am Donnerstag habe man den Gartenmarkt dem Land zur Nutzung übergeben, bestätigte die Berlinovo GmbH (Berlin), der die Immobilie gehört. 

Aktualisiert um 16.40 Uhr

Mitarbeiter des Immobilienmanagements des Landes Hessen waren gestern vor Ort, um die Unterkunft vorzubereiten. Betrieben wird sie vom Regierungspräsidium Kassel. Auf dem rückwärtigen Teil des Geländes sieht man bereits 50 gelbe Toilettenhäuschen stehen. Doch bei den Sanitärcontainern mit den Duschen und Waschgelegenheiten gibt es Schwierigkeiten, sagte RP-Sprecher Michael Conrad der HNA. Da man bisher nicht genügend Container beschaffen konnte, kann die Unterkunft vermutlich erst kommende Woche mit Flüchtlingen belegt werden. Trotzdem: „Es muss schnell gehen“, so Conrad. Schließlich werden die Nachttemperaturen in dieser Woche bis zur Frostgrenze sinken. Man müsse verstärkt auch Menschen aus unbeheizten Zelten unterbringen. „In der Einrichtung in Schwarzenborn ist es am dringendsten“, sagte der RP-Sprecher, dort seien die Zelte unbeheizt und das Klima rauher.

Flüchtlingsunterkunft in Lohfelden im Hornbach wird vorbereitet

Diverse Materialien für den täglichen Bedarf wurden in dem Hornbach-Gebäude bereits angeliefert. So sieht man im Eingangsbereich größere Mengen von Pampers-Paketen, H-Milch und Babynahrung liegen. Infoveranstaltung mit Lübcke Bürgermeister Michael Reuter (SPD) sagte die Untersützung der Gemeinde Lohfelden zu. Man werde die örtliche Hilfe bündeln. „Ich bin sehr froh über die Willkommenskultur in unserer Gemeinde“, so der Bürgermeister. „Uns erreichen in diesen Tagen viele Hilfsangebote von Privatpersonen, den Kirchen, aus Vereinen und Verbänden.“ Kommende Woche soll es eine öffentliche Infoveranstaltung mit dem Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke (CDU) geben, wo man auch Ansprechpartner für die Hilfsangebote nennen will. 

Vom Landkreis Kassel kamen indessen gestern durchaus kritische Töne in Richtung Land. Angesichts der hohen Zahl von Flüchtlings-Ersteinrichtungen im Großraum Kassel (rund 3500 Menschen) erwarte man eine Berücksichtigung bei den Zuweisungen neuer Flüchtlinge zur dauerhaften Unterbringung im Landkreis (derzeit 1500 Menschen), sagte Kreissprecher Harald Kühlborn. Schon jetzt sei es nicht einfach, kurzfristig Gebäude, Handwerker und geeignetes Personal zu finden.

Hintergrund: 3512 Flüchtlinge untergebracht 

Das Regierungspräsidium Kassel hat in Nord- und Osthessen bisher sieben Erstaufnahme-Einrichtungen geschaffen. Drei weitere sind in Lohfelden (Hornbach), Sontra und Fulda geplant. Die Zahl der in unserer Region zur Erstaufnahme untergebrachten Flüchtlinge ändert sich täglich. Gestern waren insgesamt 3512 Schutzsuchende registriert. Dies sind die Zahlen für die einzelnen Einrichtungen: 

• Calden: 1400 Personen 

• Beberbeck: 250 

• Kassel, Druseltalstraße: 287 

• Kassel, ehemalige Lüttichkaserne: 200 

• Kassel, Landesfeuerwehrschule: 500 

• Hessisch Lichtenau: 480 

• Schwarzenborn: 395.

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