Bisher 15.000 Besucher

Autobahn-Kapelle am Lohfeldener Rüssel feierte Geburtstag

Stille an der Autobahn A 7: In der Kapelle „Licht auf dem Weg“ auf dem SVG-Autohof Lohfeldener Rüssel finden Reisende seit fünf Jahren einen Moment der Ruhe. Archivfoto: Architektenkammer Hessen / nh

Lohfelden. Seit 2009 gibt es die Autobahnkapelle "Licht auf dem Weg" am Lohfeldener Rüssel. Seitdem kamen 15.000 Besucher an den kleinen Ort der Stille.

Auf dem Autohof dröhnen die Motoren schwerer Lastwagen, bunte Leuchtschrift blinkt immer wieder auf, Menschen wuseln auf dem Parkplatz umher. Doch fällt die Tür der kleinen Kapelle hinter einem ins Schloss, dann ist es still. Nur leise Pianoklänge erfüllen den Raum.

Seit fünf Jahren gibt es den SVG-Autohof am Lohfeldener Rüssel und mit ihm auch den kleinen Ort der Stille - die Autobahnkapelle „Licht auf dem Weg“. Das wurde nun mit einem Festgottesdienst im Autohof gefeiert.

Willi Stiel ist der Projektleiter der Autobahnkapelle und einer von 18 ehrenamtlichen Helfern, die das kleine Gotteshaus betreuen. Jeweils ein Wochenverantwortlicher füllt beispielsweise die Teelichter auf oder sorgt für frische Blumen. „Anfangs waren wir 15, die sich um die Kapelle kümmerten, nun sind wir sogar 18 Leute“, sagt Stiel. Die jüngste Helferin sei seine Tochter mit neun Jahren. „Sie fühlt sich der Kapelle sehr verbunden.“ Die meisten anderen Ehrenamtlichen seien jedoch deutlich älter, nämlich zwischen 50 und 70 Jahre.

Betritt man den kleinen eckigen Betonbau, steht man vor einem großen Kreuz in der Mitte des Raumes. Schaut man nach links, sieht man ein großes Buch, gefüllt mit Einträgen von Besuchern aus aller Welt. „Immer wieder lese ich Nachrichten von Menschen, die sich für die Kapelle bedanken. Die Leute fühlen sich wohl. Das freut mich sehr“, erzählt Gerhard Greiner, der Architekt der Kapelle. Willi Stiel ist ein Eintrag aus jüngster Zeit besonders in Erinnerung geblieben: „Jemand schrieb, dass seine Frau todkrank sei und er wolle sich umbringen, falls sie stirbt.“ Das habe ihn sehr bewegt.

Verändert habe sich an der Kapelle seit der Eröffnung nicht viel. Unter anderem können die Besucher jetzt einen Obolus in eine Blechdose werfen. „Die Menschen haben immer Geld auf die Sitzbank gelegt. Deshalb haben wir die Dose angebracht.“

34 Autobahnkapellen gab es 2009, als der Autohof am Lohfeldener Rüssel eröffnet wurde, mittlerweile sind es 42, mit steigender Tendenz. Doch die Lohfeldener Kapelle hebe sich durch ein wichtiges Detail von den meisten anderen ab, erklärt Stiel. „Sie ist 24 Stunden geöffnet. Das haben nur ganz wenige.“ Nachts kämen viele Besucher, weiß er. Willi Stiel schätzt, dass in den vergangenen fünf Jahren 15 000 bis 20 000 Menschen die Kapelle besucht haben. Eines ist dem Projektleiter in den vergangenen Jahren aufgefallen: „Hier gehen auch Menschen hin, die sonst nie in die Kirche gehen“ - sei es aus Neugier oder um die Nähe zu Gott zu spüren. „Alle Leute, die kommen, sind bedeutend. Weshalb sie in die Kapelle gehen, ist doch nicht wichtig.“

Von Carolin Hartung

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