Pitbull-Terrier getötet - Augenzeugen berichten

Fünf Schüsse bei SEK-Einsatz in Lohfelden: Mann verhaftet

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Lohfelden/Darmstadt. Beim Einsatz eines Spezial-Einsatz-Kommandos (SEK) der Polizei ist am Dienstagnachmittag in Lohfelden ein 35 Jahre alter Mann festgenommen worden.

Das teilte die Staatsanwaltschaft Darmstadt Mittwochnachmittag mit.

Wie Augenzeugen gegenüber der HNA berichteten, sind bei der Polizeiaktion fünf Schüsse gefallen. Vermummte und bewaffnete SEK-Angehörige waren in dem Gewerbegebiet unterwegs. Sie nahmen den 35-Jährigen fest, der keinen Widerstand leistete. Angeschossen wurde laut einem Zeugen dabei aber ein Pitbull-Terrier, der anschließend Richtung Autobahn A49 lief. Bewaffnete SEK-Beamte verfolgten das verletzte Tier und töteten es mit gezielten Schüssen an der A49. Der Beschuldigte wurde bei der Festnahme laut Staatsanwaltschaft nicht verletzt.

Aktualisiert:  17.22 Uhr

Zeitgleich mit dem Einsatz in Lohfelden fand in Höxter (Nordrhein-Westfalen) eine weitere Polizei-Aktion statt, dort wurde ein 30-Jähriger festgenommen. In dessen Wohnung habe manspäter 400 Gramm einer drogenverdächtigen Substanz und 2500 Euro an Bargeld sichergestellt, teilte Staatsanwältin Nina Reininger mit. Die beiden Beschuldigten sollten am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Hintergrund der beiden Polizei-Einsätze sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen des Vorwurfs der räuberischen Erpressung. Die beiden Festgenommenen sollen einer rockerähnlichen Gruppierung im Raum Kassel/Göttingen angehören.

Ein 31 Jahre alter Mann aus Rüsselsheim, der ebenfalls Mitglied gewesen sein soll, sei von den beiden Beschuldigten geschlagen worden. Außerdem hätten sie ihn zweimal aufgesucht, um 15.000 Euro von ihm zu kassieren, er habe jedoch die Zahlung verweigert.

Das Amtsgericht Darmstadt hat gegen die beiden Männer Haftbefehle erlassen, die am Dienstag durch das SEK Kassel vollstreckt wurden.

Schüsse bei SEK-Einsatz in Lohfelden: Mann verhaftet

"Wir flüchteten in die Halle"

Augenzeugen berichten von Schusswaffen-Einsatz: Keiner wusste, was los war

Der SEK-Einsatz im Gewerbegebiet an der Max-Planck-Straße in Lohfelden fand zu einer belebten Zeit am Dienstagnachmittag statt – viele Menschen bekamen die Polizeiaktion mit und hörten die fünf Schüsse. „Ich war Augenzeuge des Zugriffs“, schrieb uns Petra M. per E-Mail. „Es lagen drei Personen am Boden nach den Schüssen. Ich stand in der Autoschlange vor der Ampel, als die Schüsse fielen. Hatte direkten Einblick auf das Geschehen. Querschläger hätten also auch Autofahrer treffen können, mein Auto stand zwei Meter vom Einsatzfahrzeug weg“, so die Zeugin.

Beim ersten Knall dachte ich, bei einem Lkw auf der nahen Autobahn sei ein Reifen geplatzt“, berichete ein 43 Jahre alter Mann am Telefon, der in dem Gewerbegebiet arbeitet. Doch dann habe es weitere vier Mal geknallt. An dem Autohaus seien mehrere SEK-Beamte und etliche Polizisten in schusssicheren Westen zu sehen gewesen, auch ein Notarztwagen war vor Ort.

Ein 33 Jahre alter Mitarbeiter einer Lkw-Werkstatt beobachtete zwei maskierte SEK-Männer, die an der Werkstatt vorbei in Richtung A 49 liefen. „Einer hatte eine große Waffe in der Hand“, damit habe er fünf Schüsse in Richtung Autobahn abgegeben. „Wir sind alle in die Halle geflüchtet“, berichtete der Automonteur der HNA, „wir wussten ja nicht, was da los war“. Auf dem Grünstreifen hinter der Leitplanke habe er später einen toten Pitbull-Terrier liegen gesehen, berichtete der Monteur. „Er hatte drei Schüsse im Hals, einen im Hinterbein und einen im Fuß.“

Auf der Autobahn stoppte indessen kurzfristig der Verkehr in Höhe des Dekra-Hauses. Schließlich habe die Polizei einen kräftigen Mann in Handschellen abgeführt. In der früheren Peugeot-Niederlassung werden seit kurzem Luxuskarossen verkauft. Der Festgenommene war hier Kunde. Sein silbernes Auto, mit dem er hier vorgefahren war, wurde von der Polizei durchsucht.

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