Die Urgesteine Sven Kampczyk und Seref Alkin verlassen die Fußballbühne und beenden ihre Karriere

Abschied von Kampczyk und Seref: Gefühlt sind sie schon immer da

Mit vereinten Kräften: In einem Kreispokalspiel gegen den KSV Hessen vor drei Jahren stoppten Seref Alkin (Mitte) und Sven Kampczyk (rechts) im Vollmarshäuser Dress Löwen-Angreifer Sebastian Schmeer. Archivfoto: Schachtschneider

Lohfelden. Gäbe es die legendäre Stadionuhr wie beim HSV auch für Spieler, sie hätte für Sven Kampczyk und Seref Alkin geschlagen. Bis zum Ende der vergangenen Saison.

Denn die beiden Vollblutkicker waren gefühlt schon immer da, nun hängten sie bei  Gruppenligist FSK Vollmarshausen die Fußballschuhe an den Nagel.

Mit dem 37-jährigen Kampczyk und dem 39-jährigen Seref Alkin verabschiedeten sich zwei Urgesteine der heimischen Fußballszene, die durch einige Parallelen miteinander verbunden sind. Beide glänzten durch Beständigkeit, machten nicht durch Extravaganz oder Eskapaden irgendwelcher Art auf sich aufmerksam. Dennoch zählten sie zu den wertvollsten Spielern ihrer Mannschaften. Auf sie war Verlass. Alkin trug unter anderem acht Jahre lang das Trikot des OSC Vellmar, Kampczyk war überhaupt nur für Vollmarshausen und den TSG Wattenbach aktiv.

Warum also nahmen sie nun Abschied? „Ein solcher Entschluss reift über mehrere Jahre. Man denkt immer mal wieder daran. Ich wollte nie erleben, dass die Leute mich fragen, wann ich denn aufhöre“, blickt Kampczyk zurück. Alkin sieht es ähnlich: „Die Lust ist noch da. Aber ich hatte das Gefühl, es reicht. Zudem wird man anfälliger für Verletzungen“, sagt er.

Beide bezeichnen die erkämpften Aufstiege als Höhepunkte ihrer Karrieren. Kampczyk seinen mit Wattenbach in die Landes- und Oberliga sowie mit Vollmarshausen in die Gruppenliga, Alkin schaffte es mit dem OSC Vellmar ebenfalls bis in die höchste hessische Spielklasse. Aber nicht nur das. „Das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Mannschaften ist das Tolle am Fußball“, weiß Alkin, und Kampczyk ergänzt: „Das gilt auch nach dem Abpfiff. Spielen, duschen, nach Hause fahren, das war nie mein Ding.“

Unschöne Erlebnisse, die in der Erinnerung haften blieben, fallen ihnen nicht ein. Von zwei Knieoperationen bei Alkin abgesehen, während Kampczyk von schweren Verletzungen verschont blieb. Und auch zwei oder drei Rote Karten in 19 Jahren sind nicht der Rede wert, zumal er nach eigenen Worten „manchmal auch ein Hitzkopf war“. Geprägt wurden beide von ihren langjährigen Trainern Bernd Sturm und Lothar Alexi. Trotz dieser starken Vorbilder ist eine Trainerlaufbahn derzeit kein Thema. „Ich könnte nicht dafür sorgen, unreife junge Kindsköpfe in die Spur zu bringen“, glaubt Alkin.

Abschied nicht zelebrieren

Ihren Abschied zelebrieren werden sie nicht. Höchstens im ganz kleinen Rahmen. Gefeiert wird heute in Vollmarshausen trotzdem. Nachdem Sven Kampczyk vor zwei Jahren standesamtlich heiratete, steht die kirchliche Trauung an. Und wenn es fußballerisch doch irgendwann juckt, machen sie eben mal beim Training der FSK mit. Oder noch besser: „Meine Fußballschuhe habe ich noch. Dann gehe ich eben mit meinem Sohn im Garten jungeln.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.