Gute Chancen für Gemeinde

RP entscheidet über Fahrverbot für Lkw in Lohfelden

Ärger über Lärm, Abgase und Gefahren im Straßenverkehr: Der zunehmende Schwerlastverkehr in Lohfelden macht den Anwohnern zu schaffen. Das Regierungspräsidium in Kassel prüft nun ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen ab 7,5 Tonnen. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Hoffnungsschimmer für die lärm- und abgasgeplagten Einwohner Lohfeldens: Nach ihren massiven Protesten scheint ein Durchfahrtsverbot für Lkw nicht mehr ausgeschlossen.

Bürgermeister Michael Reuter (SPD) hatte in der vergangenen Woche einen entsprechenden Antrag beim Landkreis Kassel für das gesamte Gemeindegebiet eingestellt. Nun hoffe er auf einen positiven Bescheid, teilte er auf HNA-Anfrage mit.

Das Ersuchen sei bei der Unteren Verkehrsaufsichtsbehörde eingegangen, bestätigte Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises, gegenüber unserer Zeitung. Letztlich liege die Entscheidung aber beim Regierungspräsidium (RP) Kassel.

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Zunächst müsse die Verkehrsbehörde des Landkreises eine Einschätzung zum Schwerverkehrsaufkommen in Lohfelden abgeben, sagte Kühlborn. Diese sei eine der Entscheidungsgrundlagen für das RP. „Hier ist abzusehen, dass das Urteil zugunsten der Gemeinde ausfallen wird“, so der Kreissprecher. Die Lärm- und Abgas-Belastungen, denen sich die Anwohner ausgesetzt sehen, seien erheblich.

„In die Einschätzung fließen ausdrücklich auch die Belange der Nachbarkommunen wie etwa Söhrewald und Niestetal mit ein“, sagte Kühlborn weiter. Geprüft würden mögliche Alternativrouten, welche die Lkw ab 7,5 Tonnen im Falle einer Sperrung Lohfeldens nehmen müssten. Das könnte zum Beispiel über die Bundesstraße 7 geschehen.

Deutliche Entlastung 

Nicht zu vernachlässigen sei laut Kühlborn zudem die für Dezember angekündigte Wiederöffnung der A7/A44- Anschlussstelle Kassel-Ost. Dadurch sei mit einer deutlichen Entlastung Lohfeldens zu rechen, ohne dass vom RP ein Durchfahrtsverbot verhängt werden müsse. Wann mit einer endgültigen Entscheidung aus Kassel zu rechnen ist, steht nicht fest. „Noch liegt uns der Antrag samt Begründung des Bürgermeisters nicht vor“, erklärte RP-Sprecher Michael Conrad. „Einer Sperrung geht ein kompliziertes Verfahren voraus. Bevor nicht alle formalen Kriterien geprüft sind, kann auch keine Prognose abgegeben werden.“

Die Ergebnisse von Verkehrszählungen der Gemeinde in Hauptstraße, Ochshäuser Dorfstraße und Eschweger Straße seien hilfreich, doch wahrscheinlich werde eine erneute, vom RP in Auftrag gegebene Zählung nötig. Denn rein rechtlich sei die anordnende Behörde auch in der Pflicht, den entsprechenden Tatsachen-Nachweis zu erbringen.

„Das RP wird zu entscheiden haben, ob ein Durchfahrtsverbot der richtige Weg ist“, sagte Kühlborn. „Denn der Ziel- und Quellverkehr innerhalb Lohfeldens wird bleiben.“

Von Emily Spanel

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