So hart wie Panzerstahl - ISR Podgurski ist 25 Jahre alt

Löcher in Panzerstahl: Claus Podgurski (links) schaut in der Werkstatt nach dem Rechten. Sein Mitarbeiter Alexander Metzger bearbeitet Stahlplatten mit einem computergesteuerten Bohrwerk. Fotos: Dilling

Lohfelden. Die Firma ISR Podgurski in Lohfelden repariert, wartet und verkauft seit 25 Jahren weltweit Recycling-Maschinen.

20 Jahre arbeitete Claus Podgurski als Elektrotechniker bei Henschel in Kassel. Als die Wende kam, sah er 1990 seine Chance: Er machte sich in einer buchstäblich stahlharten Branche selbstständig. Der Niestetaler gründete einen Betrieb zur Reparatur, Wartung und Runderneuerung von Recycling-Maschinen. Das sind viele Tonnen schwere Schrottpressen, die mit Messern und Scheren bestückt sind.

Es wurde eine Erfolgsgeschichte. Seit den Anfängen in der privaten Garage Podgurskis ist das Unternehmen stetig gewachsen. Heute, 25 Jahre später, beschäftigt die Firma in zwei Hallen und einem Verwaltungsgebäude im Lohfeldener Gewerbegebiet 15 Mitarbeiter und agiert weltweit.

Kompakter Rohstoff: 30 mal 30 Zentimeter messen die Stahlschrott-Pakete.

In einer Halle der Firma stapeln sich große Stahlplatten. „Die sind so hart wie Panzerstahl“, erklärt der Geschäftsführer. Das müssen sie auch, denn sie werden in den Schrottpressen als Verschleißschutz verbaut: Ohne diese Platten, die Podgurskis Mitarbeiter mit computergesteuerten Spezialwerkzeugen im Brennverfahren schneiden, fräsen und für den passgenauen Austausch in defekten oder zu überholenden Schrottpressen vorbereiten, würden die Messer und Scheren, die auf Schrottplätzen beispielsweise den Stahl abgerissener, alter Fabrikhallen zertrennen, schnell selbst ein Fall für den Gießereiofen werden.

Die Rohlinge dieser Panzerplatten bezieht die Firma aus Schweden. Wenn gebohrt werden muss, kommt eine Maschine zum Einsatz, die es in keinem Baumarkt zu kaufen gibt. „Mit einem normalen Bohrer könnte man diesen Stahl nicht einmal ankratzen“, sagt Podgurski. Auch die Schrauben kann man bei diesen Monster-Pressen nicht einfach mit dem Schraubenschlüssel festziehen. Podgurski verwendet dafür sündhaft teures Werkzeug, das wie eine hydraulische Ratsche funktioniert. Diese habe er auch schon an die Uni Kassel vermietet, erzählt der 66-Jährige, der auch Vertragshändler für einen spanischen Hersteller von Recycling-Maschinen ist.

Zu wenig Schrottmaterial, die Stahlpreise im Keller, also auch die Preise für Stahlschrott: Der Recycling-Branche gehe es momentan nicht so gut, sagt Podgurski. Sein Betrieb leide darunter aber kaum. Denn viele Recycling-Unternehmer ließen wegen der unsicheren Lage jetzt lieber ihre Maschinen reparieren und von Grund auf überholen, als sich neue anzuschaffen, erklärt er.

Nach seinen Angaben macht die Firma zwischen 1,6 und 1,8 Millionen Euro Umsatz im Jahr. In Russland, Aserbaidschan, Japan und vielen anderen Ländern sitzen die Kunden. Podgurski ist viel auf Reisen und weltweit im Geschäft. Auch nach Puerto Rico habe er gebrauchte Pressen verkauft, erzählt der Unternehmer.

Zum Firmenjubiläum hat der IHK-Hauptgeschäftsführer Walter Lohmeier eine Urkunde in Lohfelden vorbeigebracht.

Für die Zukunft seines Unternehmens hat Podgurski schon die Weichen gestellt. Er hat Thomas Schmitz, der vorher gelegentlich für das Unternehmen gearbeitet hat, in die Geschäftsführung aufgenommen.

www.isr-podgurski.de

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