Haus versorgt sich selbst mit Energie

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Würfel ohne Energiesorgen: So soll das Haus aussehen. In der roten Box (rechts) verbirgt sich die Technik von SMA. Vielleicht bekommen die ersten Bewohner sogar ein E-Mobil zur Verfügung.

Lohfelden. Die Firma Dynahaus plant gemeinsam mit SMA aus Niestetal ein Einfamilienhaus, das die Standards modernster Energiesparhäuser übertrifft.

In Lohfelden kommt die Energiewende voran: Passivhäuser waren gestern, Gebäuden, die ihr eigenes Kraftwerk unterm Dach haben und gleichzeitig ein behagliches Wohngefühl vermitteln, gehört die Zukunft: Das meint zumindest Matthias Krieger, Geschäftsführer der Firma Dynahaus. Er baut in Zusammenarbeit mit dem Solarspezialisten SMA aus Niestetal ein Einfamilienhaus am Holzweg in Lohfelden, das die Standards der modernsten Energiesparhäuser übertreffen und völlig autark bei der Versorgung mit Wärme und elektrischem Strom sein soll. Nächstes Jahr will er schon 20 Häuser davon verkaufen, in den nächsten zehn Jahren insgesamt 1000. Mit großen Stückzahlen könne man den Preis drücken, sagte Krieger.

Gestern war Spatenstich für das Projekt, das auch Erster Beigeordneter Klaus Steffek als zukunftsweisend lobte. Ab 1. Januar 2015 soll laut Krieger eine Familie in dem Musterhaus für ein Jahr mietfrei wohnen, vielleicht werde sogar der Autokonzern BMW ein Elektromobil beisteuern, das an der Stromtankstelle des Hauses seinen „Tank“ auffüllen kann. In Kürze werde SMA eine Ausschreibung für das Probewohnen machen, kündigte Anja Jasper von SMA an. Der Praxisbetrieb wird wissenschaftlich ausgewertet. Dann wird sich zeigen, inwieweit das „Energie-Speicher-Plus-Haus“ so viel Energie produziert, dass es noch Strom ins Netz einspeisen kann.

Partner des Hausprojekts: Anja Jasper (SMA) und Matthias Krieger (Dynahaus).

Dynahaus plant seit gut zwei Jahren das Energie-Plus-Haus und wurde eigens zu diesem Zweck gegründet. Krieger hat sich dazu technisches Know-how vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Stuttgart und von der Technischen Universität (TU) München geholt. Der Unterschied zu herkömmlichen Häusern stecke in der Technik, die SMA liefere: Fotovoltaik auf dem Flachdach erzeugt elektrischen Strom, der dank einer Reihe verschiedener Stromspeicher auch noch verfügbar ist, wenn die Sonne nicht scheint oder es Nacht ist.

System wählt Stromtarife 

Das „Smart Home System“ von SMA steuert die Energieversorgung im ganzen Haus, bei Bedarf auch aus der Ferne und kann die günstigsten Stromtarife auswählen. Eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung spart Energie. Die Bodenplatte des Hauses ist so ausgelegt, dass sie Wärme speichern und auch abgeben kann. Es würden ausschließlich ökologische Baustoffe verwendet, das Gebäude sei „Elektrosmog-optimiert“, erklärte Krieger.

Dynahaus, eine Tochtergesellschaft des mehrfach prämierten Bauunternehmens Krieger + Schramm, ist außerdem Partner des von der Bundesegierung geförderten Forschungsprojekts „Energieautarke Elektromobilität im Smart-Micro-Grid“. in dessen Rahmen demnächst in München ein Haus mit SMA-Technik gebaut wird.

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