Hilfe für Spanier bei Jobsuche in Nordhessen

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Besuch beim ASB: Bereichsleiter Martin Hauck (rechts) stellte den spanischen Gästen Eva Maria Hinojosa (von links, Jugendarbeiterin), Noelia Ibanez (25), Erika Perez (26) und Juan Torres (24) die Rettungswache Kassel und fachspezifische Berufe vor. Fotos:

Lohfelden/Kassel. Die Gemeinde Lohfelden greift Menschen aus ihrer andalusischen Partnerstadt Alcala La Real unter die Arme, die in Deutschland Arbeit suchen. Sechs Tage weilten dreizehn junge Spanier aus dem andalusischen Alcala La Real in Lohfelden. Es war keine Spaßreise.

Die Gäste aus der spanischen Partnerstadt legten mehr als 2400 Kilometer zurück, um in der nordhessischen Region Ausschau nach Arbeit zu halten.

In Spanien sieht es in dieser Beziehung schlecht aus: Mehr als 50 Prozent der 15- bis 24-jährigen jungen Menschen haben keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.

Bei Wohnungssuche helfen

Den Arbeitsalltag kennenlernen: Leila Gonzales (links, 23) aus Alcala La Real absolvierte einen Praxistag im Lohfeldener Hotel „Zur Post“. Rechts ist Küchenchef Dieter Schäffer zu sehen.

Zu den Arbeit suchenden Besuchern aus Alcala gehörte auch Leila Gonzales (23). Die studierte Ökonomin bemüht sich um eine kaufmännische Tätigkeit in Nordhessen. Leila ist flexibel: „Wenn es nicht anders geht, würde ich zunächst auch einen Job in der Gastronomie annehmen, um besser Deutsch zu lernen“, sagte die Bewerberin während eines Praxistages im Lohfeldener Hotel „Zur Post“.

Der 24 Jahre alte Juan Torres informierte sich mit seinen Kolleginnen beim ASB in Kassel über die Tätigkeit von Rettungs- und Notfallsanitätern. Ihm liege ein Angebot für eine freiwillige Mitarbeit auf 400 Euro-Basis vor, das er erst einmal annehmen würde, sagte der in Spanien ausgebildete Seniorenpfleger.

Außer der praktischen Begegnung mit verschiedenen Berufen stand ein intensives Bewerbungstraining auf dem von der Jugendpflege der Gemeinde Lohfelden organisierten Programm. Über konkrete berufliche Chancen in der Region informierten Unternehmer aus Lohfelden wie Kfz-Innungsobermeister Georg Wolf, die Leiterinnen örtlicher Kindertagesstätten und Mitarbeiter der Agentur für Arbeit in Kassel.

Es sei ein Teil der Städte-Partnerschaft, den jungen Menschen aus Alcala La Real zu helfen. „Wenn sie sich nach dieser Woche entscheiden, hierher kommen zu wollen, werden wir sie bei der Wohnungssuche und ersten sozialen Kontakten unterstützen“, sagte Maike Oertel von der Jugendpflege.

Deutschkenntnisse wichtig 

Die jungen Spanier haben bei dem Schnupperbesuch gemerkt, dass sie besser Deutsch sprechen müssen: Sprachliche Barrieren seien bei der Kommunikation mit Patienten oder Angehörigen schwierig, bestätigte ihnen der Bereichsleiter für den Rettungsdienst des ASB Nordhessen, Martin Hauck.

Für die Bewerber interessant verlief ein mehrstündiger Besuch im Berufsinformationszentrum (BIZ) der Kasseler Arbeitsagentur, bei dem sie sich mit der Internet-Jobbörse vertraut machten. Lebensläufe und Bewerbungsschreiben hatten sie zuvor mit den Jugendpflegern und dem aus Spanien stammenden Alberto Garcia von der Lohfeldener Galip Solar GmbH erarbeitet.

Optikerstelle gesucht 

Und was ist das Ergebnis des Besuchs aus Spanien? „Die jungen Spanier wollen in ihrer Heimat noch intensiver Deutsch lernen“, sagte Rathaus-Mitarbeiterin Birgit Wissemann auf Nachfrage. Die Verwaltung habe einem 23-Jährigen aus Alcala La Real schon vor einigen Monaten einen Praktikantenvertrag für die Kfz-Werkstatt des Entsorgungsunternehmens Fehr vermitteln können. Für eine junge spanische Optikerin mit sehr guten Deutschkenntnissen suche man jetzt einen Arbeitsplatz im Raum Kassel.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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