Gemeinde Lohfelden will freies WLAN bieten

Hotspot soll gegenüber von Schule mit Handyverbot entstehen

+
In direkter Nachbarschaft: Die Söhre-Schule in Lohfelden befindet sich gegenüber des Rathauses, wo möglicherweise der erste Zugriffspunkt für kostenloses Internet eingerichtet werden könnte.

Lohfelden. Einer der ersten Hotspots für freies Internet in Lohfelden könnte ausgerechnet gegenüber der Söhre-Schule entstehen. An der ist seit Jahren die Handy-Nutzung verboten.

Laut Miriam Würth-Kresevljak, Lehrerin an der Söhre-Schule, die auch als Fraktionsvorsitzende der Grünen im Lohfeldener Gemeindeparlament sitzt, ist das ein Widerspruch: „Der Reiz, gegen das Handyverbot zu verstoßen, ist für die Schüler größer, wenn es freies WLAN gibt“. Insbesondere für Schüler, die keinen Vertrag für mobiles Internet haben, könnte das W-Lan attraktiv sein.

Die 16-jährige Lea Hamel, die seit vergangenem Jahr als Schulsprecherin die Interessen der Schüler vertritt, stimmt dem zu. Zwar halte sie freies WLAN eine gute Idee. Da die Schüler aber gehalten sind, auf das Handy zu verzichten, unterläuft dieses Angebot den Grundgedanken der Schule. „Die Schüler sind so schon sehr oft am Handy. Mit WLAN müssen sie ihr eigenes Datenvolumen nicht belasten“ – das erhöhe die Motivation, das Handy in der Pause aus der Tasche zu holen.

Viele Eltern von jüngeren Schülern würden ihren Kindern zudem das Handy allein zum Telefonieren geben. Der Schutz der Kinder sei gefährdet, wenn sie problemlos ins Internet kämen. „Das kann die Schule gar nicht alles kontrollieren“, so die Zehntklässlerin.

Ziel: Missbrauch vorbeugen

Das Handyverbot an der Söhre-Schule regelt eine Vereinbarung zwischen Schülern, Schulleitung und Elternvertretern, die auf der Gesamtkonferenz beschlossen wurde, erläutert Schulleiter Arno Scheinost. „Wir wollen damit der unkontrollierten Internetnutzung vorbeugen und den Schülern signalisieren: Es geht auch mal ohne Handy.“ Auch wolle man so der Verbreitung von Handyvideos und -fotos vorbeugen. „Mit einem Klick sind die im Netz.“

In der Regel seien Schüler angehalten, ihr Smartphone während der Schulzeit in den Schultaschen zu lassen. Man könne aber nicht ausschließen, dass sie ihre Geräte bei sich tragen.

Wer ins Internet gehen möchte, könne dies in den Computerräumen der Schule tun – allerdings unter Aufsicht einer Lehrkraft, so Scheinost. Der Schulleiter wolle das Thema WLAN jetzt an die Elternvertreter herantragen, um auch dort abzufragen, ob Einwände bestehen.

Bürgermeister Uwe Jäger (SPD) beruft sich auf die politische Entscheidung der Gemeindevertreter. 5000 Euro sind im Haushaltsplan vorgesehen, um das Projekt WLAN in Lohfelden in Angriff zu nehmen. Auch bezüglich der Hotspots seien nun die Fraktionen gefragt. Er habe bereits das Gespräch mit dem Schulleiter gesucht. „Hätte er ein Problem damit gehabt, hätte ich die Fraktionen darauf hingewiesen, dass es kein WLAN am Rathaus geben soll.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.