Bücherei Vollmarshausen könnte Zwischenlösung sein

In Lohfelden fehlen 90 Krippenplätze

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Lohfelden. Diese Woche hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Gemeinden, die nicht genügend Krippen-Plätze vorhalten, von betroffenen Eltern auf Schadenersatz verklagt werden können. Dieses Urteil ist für Lohfelden möglicherweise auch ein Menetekel. Denn schon in Kürze droht der Kommune ein Engpass bei den Kita-Plätzen für unter Dreijährige.

Bürgermeister Uwe Jäger (SPD) forderte während der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstagabend, noch im November müsse eine politische Entscheidung fallen, wie dem Mangel abgeholfen werden soll. Denn schon im März nächsten Jahres laufe die Antragsfrist für Zuschüsse für Umbauten oder Neubauten ab. Die Fraktionen müssen nun unter Zeitdruck beraten.

Bücherei als Zwischenlösung

Laut Jäger gibt es derzeit mehr als 90 Ein- und Zweijährige in der Gemeinde, die bisher noch nicht in einer Kita angemeldet worden seien. Dabei seien die vorhandenen Plätze schon belegt. Es müsse deshalb das Ziel sein, möglichst schnell zwei bis drei zusätzliche Krippen-Gruppen einzurichten.

Eine Übergangslösung könnte dabei die Unterbringung von unter Dreijährigen in der Bücherei Vollmarshausen sein. Dort waren bis vor wenigen Wochen noch Kinder aus der benachbarten Kita Ochshausen untergebracht, die wegen eines Wasserschadens hatten umziehen müssen. Fraglich ist jedoch, ob die Gemeinde dafür wieder eine Sondererlaubnis erhält. Denn eigentlich müsste die Bücherei vorher umgebaut werden, um den Vorschriften für eine Kita zu genügen. Man halte nach weiteren Alternativen Ausschau, hieß es aus dem Rathaus.

Dazu gehört die Prüfung, ob die Hort-Kindergruppe aus dem ASB-Kindergarten mit der Schulbetreuung in der Grundschule zusammengelegt werden kann. In die frei werdenden Räume könnten dann altersgemischte Gruppen aus der Kita Löwenzahn einziehen. Dort würde dann auf Dauer Platz für zwei Krippen-Gruppen geschaffen. Ob dieser „Ringtausch“ klappt, hängt aber auch davon ab, ob der ASB einverstanden ist.

Weitere Vorschläge

Jäger präsentierte außerdem weitere Vorschläge für einen dauerhaften Ausbau von Krippen-Plätzen: Die Bücherei Vollmarshausen könnte für geschätzte 530 000 Euro zur Kita umgebaut und eingerichtet werden. Die Verwaltung rechnet mit Zuschüssen von bis zu 270 000 Euro (für drei Krippen-Gruppen). Die Bücherei könnte später in die Mediathek des Neubaus der Grundschule Vollmarshausen einziehen, der übernächstes Jahr fertig werden soll.

Landrat Uwe Schmidt habe sich positiv zu dieser Idee geäußert, berichtete Jäger. Schließlich wäre aus Sicht der Verwaltung auch ein Anbau an eine vorhandene Kita möglich. Für drei Gruppen wären dann aber nach Schätzungen über 1,5 Millionen Euro fällig, die nur zu einem Drittel durch Zuschüsse gedeckt werden könnten.

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