Bürgermeister will Informationen einholen

Kommen die Konrad-Fahrräder auch nach Lohfelden?

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So könnte es mal aussehen: Wenn die Gemeinde Lohfelden sich für das Fahrradmietsystem Konrad entscheidet und dessen Anbieter, die DB Rent, zustimmt, könnten bald Fahrräder für Jedermann vor dem Rathaus bereits stehen.

Lohfelden. In Kassel gibt es das Fahrradmietsystem Konrad der Deutschen Bahn schon seit 2012. Jetzt denkt auch die Gemeinde Lohfelden über die Einrichtung von Stationen nach.

Telefonnummer anrufen, Fahrradcode eingeben, losfahren. Gibt es in einer Kommune ein Fahrradmietsystem, kann praktisch jeder Radfahren: Wer kein eigenes Fahrrad hat, kann sich eines mieten. In Kassel heißt dieses System Konrad. Konrad-Stationen sind überall in der Stadt verteilt. 2014 war ein Vorstoß des Kasseler Stadtbaurats Christof Nolda (Grüne), Konrad auf den Kreis auszuweiten, gescheitert. In der Gemeinde Lohfelden denkt man jetzt über die Einrichtung von Fahrradmietstationen nach.

Wenn es darum geht, Lohfeldener Bürgern einen Anreiz zum Radfahren zu geben, ist Bürgermeister Uwe Jäger (SPD) Feuer und Flamme. „Wir haben eine ganze Menge Radfahrer. Ich kann mir ein System wie Konrad sehr gut vorstellen“, sagt er auf HNA-Anfrage. Angestoßen hatten die Einrichtung von Fahrradmietstationen die Grünen im Gemeindeparlament. Sie plädieren dafür, im Haushalt 2017 einen Betrag dafür einzuplanen.

So funktioniert es: Per Telefon wählt man das Fahrrad aus, das man ausleihen möchte.

Deren Fraktionsvorsitzende Miriam Würth-Kresevljak nennt dafür zwei Gründe: Den Bürgern einen Anreiz zum Umstieg aufs Fahrrad zu bieten, sei dem Ziel, eine CO2-freie Gemeinde zu werden, zuträglich. Zudem könne man mit dem Mietsystem sozial schwache Familien unterstützen, in denen sich nicht jedes Familienmitglied ein eigenes Rad leisten kann.

Ausbau beschleunigen

Aber lohnt sich ein Fahrradleihsystem wie Konrad überhaupt für die knapp 15 000-Einwohner-Gemeinde in der Söhre? Ja, sagt der Bürgermeister. Die Topografie der Gemeinde mache das Radfahren an manchen Stellen zwar schwierig: „Mit dem Rad vom Lindenberg nach Crumbach zu fahren ist eher ungünstig“. Dennoch gebe es zahlreiche Strecken, die per Rad gut zu überwinden sind. So komme man bereits mit dem Rad von Lohfelden nach Kassel und über die alte Trasse der Söhrebahn nach Söhrewald. Noch mehr Sinn mache ein Mietsystem wie Konrad im Hinblick auf die Erweiterung des Radwegnetzes. Neben den innerörtlichen Verbindungen herrsche Nachholbedarf auf der Strecke von Lohfelden nach Kaufungen, für die im Entwurf für den Haushalt 2017 350 000 Euro vorgesehen sind und auch soll man bald von Lohfelden in den Fuldabrücker Ortsteil Bergshausen fahren können. Grünen-Chefin Würth-Kresevljak ist der Meinung, dass Konrad den Ausbau des Radwegnetzes noch beschleunigen könnte und fordert, den Radverkehr in verkehrstechnische Überlegungen einzubinden.

Bürgermeister Jäger will bis zur nächsten Sitzung der Gemeindevertreter am 26. Januar bei der DB Rent Informationen einholen, die den Abgeordneten eine Entscheidungsgrundlage bieten.

www.konrad-kassel.de


Das sagt der Anbieter DB Rent

Bevor man die Einrichtung eines Fahrradmietsystems in der Gemeinde Lohfelden in Erwägung zieht, müsse man sich den Fall genau ansehen, teilt ein Bahnsprecher auf HNA-Anfrage mit. Die kleinste Stadt, in der die Deutschen Bahn ein solches System bislang anbietet, ist Baden-Baden. Für die Entscheidung spiele die Einwohnerzahl nur indirekt eine Rolle. Viel wichtiger seien Faktoren wie Nutzungsbereitschaft, Infrastruktur und Topografie vor Ort. Wie schnell die Einrichtung umsetzbar ist, hänge davon ab, wie viele Stationen und Räder in Frage kommen und welche technischen Bedingungen erfüllt werden (müssen). Als Beispiel nennt der Sprecher die Art der Funktechnik.

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