Kosten von 1,85 Millionen Euro

Kreis baut neuen Recyclinghof in Vollmarshausen

Einfahrt nur noch für Lkw: Der jetzige Anlieferungsbereich der Kompostierungsanlage Sandwiesen bei Lohfelden-Vollmarshausen bleibt künftig Gewerbekunden und den kreiseigenen Müllwagen vorbehalten. Für Privatanlieferer wird eine eigene Zufahrt geschaffen. Foto: Dilling

Lohfelden. Bürger des Landkreises Kassel, die ihre ausrangierten Schränke, Elektrogeräte, anderen Hausrat oder kaputte Toilettenbecken selbst kostenfrei entsorgen wollen, müssen zum Teil sehr weite Wege auf sich nehmen und viel Zeit mitbringen.

Vor allem wenn sie im Süden oder Osten des Altkreises Kassel wohnen. Denn nur das kreiseigene Entsorgungszentrum „Kirschenplantage“ in Hofgeismar nimmt ihnen solche Gegenstände ab. Diese Wege werden demnächst deutlich kürzer: Der Eigenbetrieb Abfallentsorgung des Kreises baut 2015 für 1,85 Millionen Euro einen neuen Recyclinghof direkt neben seiner bestehenden Kompostierungsanlage in Lohfelden-Vollmarshausen (Sandwiesen). Der Recyclinghof soll im Frühjahr 2016 in Betrieb gehen.

Zufahrt für Privatkunden

Kunden aus dem Landkreis werden nach Auskunft von Betriebsleiter Uwe Pietsch sämtliche Arten von privatem Abfall in Vollmarshausen abgeben können. Zugleich wird das Betriebsgelände dort entzerrt: Während bisher die großen Lkw der Abfallentsorgung und die Pkw von Privatkunden auf der Kompostierungsanlage mühsam aneinander vorbeirangierten, werden die Privatkunden im neuen Recyclinghof ihren Sperrmüll von einer Art separatem Plateau direkt in die verschiedenen Container kippen können. „Damit wird der gesamte Ablauf einfacher und auch sicherer“, sagte Pietsch. Dazu habe der Kreis das an die Kompostierungsanlage grenzende Gelände von der Gemeinde Lohfelden gepachtet, teilte Vize-Landrätin Susanne Selbert (SPD) mit.

Auch ihre Bioabfälle könnten Privatkunden dort abladen. „Das wird alles kundenfreundlicher“, sagte sie. Doch das ist nicht die einzige gute Nachricht: Die Abfallgebühren sollen sich trotz der großen Investition nicht erhöhen.

Der Eigenbetrieb will mit dem neuen Recyclinghof durch kürzere Fahrzeiten seiner Müllwagen Kosten sparen. „Wir erhoffen uns Synergien und Einspareffekte“, sagte Pietsch. Das Personal und der Fuhrpark des Betriebs würden nicht ausgebaut. Ein Teil werde von der „Kirschenplantage“ nach Lohfelden wechseln.

Ausbau der Biogasanlage

Fast zeitgleich mit dem Bau des Recyclinghofs wird im Frühjahr der geplante Ausbau der kombinierten Biokompostierungs- und Vergärungsanlage in Vollmarshausen starten. Drei neue Fermenter zur Erzeugung von Biogas sollen im September in Betrieb gehen, die Kapazität von 26 000 Tonnen Bioabfälle wird um 12 000 Tonnen erhöht werden, teilte Selbert mit. Die Vergärungsanlage habe 2014 rund 1,6 Millionen Kubikmeter Biogas erzeugt. Das Gas befeuert Blockheizkraftwerke in Lohfelden.

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