Belastung für Anwohner

Durchfahrverbot für Lkw  in Lohfelden gefordert

Ärger über Verkehrslärm: Mit der Aufstellung ihrer Symbolfigur „Heinz, der Wutbürger“ (links) demonstrierten Mitglieder der Bürgerinitiative im Juli gegen die zunehmende Belastung durch den Schwerverkehr an der Einmündung Hauptstraße/Ochshäuser Dorfstraße. Fotos: Wohlgehagen

Lohfelden. „So, wie es jetzt ist, kann man es nicht mehr ertragen“, sagte Rudi Gippert (CDU) während der Bürgerversammlung zur Verkehrssituation in Lohfelden.

Außer dem Gemeindeältesten meldeten sich bei der von Parlamentschef Uwe Jäger (SPD) geleiteten Aussprache im randvollen Bürgerhaus wie erwartet sehr viele betroffene Anwohner zu Wort. Sie forderten übereinstimmend wirksame Maßnahmen gegen die aus ihrer Sicht unzumutbaren Verkehrsbelastungen. Besonders im Fokus standen Durchfahrverbote für den Schwerverkehr.

RP hat zu entscheiden 

Rudi Gippert

Über ein Nachtfahrverbot für Lkw habe das Regierungspräsidium auf Antrag zu entscheiden, sagte der Leiter der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises, Uwe Siebert. „Dann tun Sie was, nehmen Sie es in die Hand“, sagte Dieter Asthalter. Nach Auffassung des ehemaligen Polizeibeamten gibt es nach der Straßenverkehrsordnung durchaus Handlungsmöglichkeiten für ein Nachtfahrverbot. Es gehe schließlich um den Schutz der Wohnbevölkerung. Die meisten Transporte könnten ohnehin statt durch Lohfelden über die A 7 auf die Bundesstraße 7 geführt werden, sagte Asthalter.

Heidi Rudolph und Kurt Nolte („Hier kann kein Mensch mehr ruhig schlafen“) von der Bürgerinitiative Ochshäuser Dorfstraße machten sich erneut für verkehrsrechtliche Beschränkungen stark. Sie kritisierten den zunehmenden Lkw-Pendelverkehr zwischen Kaufungen und Lohfelden, der inzwischen ein Drittel aller Transporte ausmache.

Zentrale Lage

Zuvor hatte Bürgermeister Michael Reuter (SPD) die Ergebnisse von Verkehrszählungen in Hauptstraße, Ochshäuser Dorfstraße und Eschweger Straße und präventive Maßnahmen seiner Verwaltung wie Tempomessungen und Verkehrs-Schauen vorgestellt. Der Bürgermeister räumte eine deutliche Zunahme der Verkehrsbelastung ein. Die sei auch der zentralen Lage Lohfeldens geschuldet, sagte Reuter, der durch die für Dezember angekündigte Wiedereröffnung der Anschlussstelle Kassel-Ost auf Entlastungen für Lohfelden hofft. Der Bürgermeister sprach sich erneut gegen einen A-44-Anschluss bei Niederkaufungen aus.

Schwerverkehr reduzieren 

Außerdem kündigte Verwaltungschef Reuter Gespräche mit örtlichen Speditionen an, die das Ziel haben, den Schwerlastverkehr in und durch Lohfelden zu reduzieren. Er werde zudem die Fachbehörden über die gestiegene Verkehrsbelastung informieren, versprach der Rathauschef.

Klinken putzen alleine bringe nichts, es müsse etwas passieren, „bevor jemand zu Tode kommt“, meinte Anwohner Norbert Lutz.

Sie habe den Eindruck, „dass die Gemeinde kein Verkehrskonzept hat“, sagte Bele Kreiß. Dieser Kritik aus der Bürgerschaft widersprach Bürgermeister Reuter, es gebe einen Verkehrsentwicklungsplan.

Außer Bernd Hirdes machte sich auch Gemeindevertreter Walter Berthel (SPD) für ein Lkw-Durchfahrverbot stark: Was in der Bergshäuser Straße gehe, müsse auch in der Eschweger Straße möglich sein, so der Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses der Gemeinde.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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