SPD und Grüne dafür, CDU und U2L dagegen

Lohfelden investiert 1,5 Mio in Windpark

Lohfelden. Die Gemeinde Lohfelden beteiligt sich mit 1,5 Millionen Euro an dem Windpark Söhrewald-Niestetal der Städtischen Werke Kassel. Das hat das Gemeindeparlament am Donnerstagabend mit großer Mehrheit (bei acht Nein-Simmen) beschlossen. Zuvor hatten die Gemeindevertreter kontrovers über das Vorhaben diskutiert.

Die CDU bezeichnete die Beteiligung als „hochspekulativ“, so eine Investition solle man besser privaten Investoren überlassen, sagte Fraktionsvorsitzende Birgit Kaiser-Wirz.

Die gegensätzliche Meinung vertraten die Grünen. Die Beteiligung sei „relativ risikoarm“, sagte Dr. Christoph Brake von den Grünen. Er sprach von einem „glänzenden Investment mit guter Rendite“. Außerdem mache man damit einen großen Schritt zur Erreichung des langfristigen Klimaziels der Gemeinde, 3200 Tonnen CO2 würden eingespart.

„Risikoarm, aber nicht risikolos“ nannte SPD-Fraktionschef Norbert Thiele die Beteiligung. Man freue sich sehr über das Projekt, das Geld sei gut angelegt. Die Wertschöpfung bleibe vor Ort. Ein Vorteil sei auch, dass die Räder bereits stehen und sich drehen. Risiken wie der Ausfall der Rotoren seien versichert.

„Wir verankern damit die Energiewende in Lohfelden wesentlich stärker im Bewusstsein der Bürger“, sagte Bernd Hirdes (SPD).

Die Anlagen veränderten die Landschaft, sagte Dr. Eike Bornmann (SPD), gerade deswegen müsse man die Menschen, „die die Anlagen vor der Nase haben“, auch beteiligen. „Warum sollen nur einige wenige und nicht wir alle profitieren?“, fragte Bornmann.

Kritisch betrachtete Jürgen Kirchner (U2L) die Beteiligung. Die Gemeinde solle lieber ins Energiesparen investieren und die Bürger bei der Umrüstung auf moderne Heizungspumpen unterstützen.

Die Gemeinde Lohfelden wird mit den 1,5 Mio. Euro aus der Rücklage einen Anteil von 12,4 Prozent an der Windparkgesellschaft Söhrewald-Niestetal erwerben.

Die Gemeindeverwaltung geht von einer Verzinsung von 4,9 Prozent aus. 1,9 Prozent davon erhält der Eigenbetrieb der Gemeinde, 3 Prozent die Gemeinde selbst. Bei anderen Anlagen könne man höchstens 0,8 Prozent an Zinsen erwirtschaften, sagte Kämmerer Jochem Wenigmann der HNA. (hog)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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