Gemeinde erhofft sich Belebung

Lohfelden schafft Marktgebühren ab und erhofft sich Belebung

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Auf dem Markt: Ehepaar Helga (69) und Friedhelm Reinhard (71) rechts im Bild, schätzen die Frische der Produkte aus Niedenstein. Verkäuferin Margret Schleiermacher (63) freut sich über ihre Stammkundschaft.

Lohfelden. Die Standgebühren für die Betreiber des Wochenmarktes am Bürgerhaus in Lohfelden sollen zukünftig entfallen. Ab dem nächsten Markttag fallen keine Gebühren mehr an.

„Wir wollen den Markt attraktiver machen und hoffen, dass noch einige Marktbetreiber den Weg nach Lohfelden finden“, begründete Bürgermeister Uwe Jäger (SPD) den Vorstoß, der im Gemeindeparlament viel Zuspruch fand.

Schaut man sich das Markttreiben vor Ort an, ist dieser Wunsch nicht ganz unberechtigt. Zwei Stände mit Fleisch und Wurst teilen sich den Platz mit zwei weiteren Obst- und Gemüseständen, wobei einer noch Schnittblumen und Gartengewürze anbietet. Die Besucherzahl schwankt zwischen 20 und 30 kaufinteressierten Kunden. Lediglich an einem Fleischstand bildet sich eine kleine Warteschlange. Der Markt ist überschaubar.

Seit über 25 Jahren und damit seit dem ersten Wochenmarkt im Jahr 1991, steht Christine Althans (53) aus Lohfelden jeden Freitag auf dem Markt und bietet frisches Gemüse, Obst und Eier an. „Natürlich freuen wir uns, dass die Gemeinde uns auf diese Weise unterstützt“, meint sie zu dem Gebührenerlass. „Dem Markt ist eine Belebung wirklich zu wünschen. Früher waren hier mal zehn Stände zu finden“, ergänzt sie etwas wehmütig. In erster Linie sind es treue Stammkunden, die ihren Stand besuchen. „10 große Eier wie immer, Hans?“ – sie weiß schon vorher, was ihre Kunden wollen.

Hier ist noch Platz für einige Marktbetreiber. Um die Mittagszeit bummeln zirka 30 Besucher über den Markt, der im vergangenen Jahr 25 Jahre alt wurde.

Ähnlich sieht das auch Doris Kuhaupt (53), die aus Wolfhagen-Viesebeck jede Woche anreist. „Ein Bäckereistand würde dem Markt guttun. Das fehlt hier, denn so ein Stand lädt auch zum Bleiben auf einen Kaffee ein“, meint sie zum Marktgeschehen. Da hilft nur Selbsthilfe: Stolz weist sie auf ihre selbst gebackenen Kuchen hin. Frischen Kaffee brüht sie auch auf.

Am Stand der Firma Kauffeld aus Niedenstein bedient Margret Schleiermacher (63) seit zwölf Jahren ihre Kundschaft. Sie zieht Vergleiche zum Wochenmarkt in Fritzlar, auf dem sie auch tätig ist. „Die Stadt bemüht sich dort sehr, mit Unterstützung der Vereine und Verbände den Markt zu beleben. Ab und zu tritt auch mal eine Musikband auf“, meint sie und fügt hinzu: „Ich komme trotzdem gern hierher, auch wenn nicht so viel los ist. Treue Kunden belohnen meine Arbeit“, und verteilt großzügig kleine „Kernbeißerwürstchen“ „Statt Schokolade,“ fügt sie lächelnd hinzu. Bleibt zu hoffen, dass der Vorstoß der Gemeinde auf fruchtbaren Boden fällt.

Von Lutz Herzog

Öffnungszeiten: Jeden Freitag von 13 bis 17 Uhr; Ort: Lange Straße 20, viele Parkmöglichkeiten in der Nähe, barrierefreier Zugang.

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