Vermarktung steht bevor

Lohfeldener Firma Dedrone hat Warnsystem gegen Drohnen entwickelt

So sieht er aus, der Drohnen-Schreck aus Lohfelden, den Dedrone-Chef Dr. Ingo Seebach zeigt. Verkaufsstart ist im August. In der Standardversion soll er 25 000 Euro kosten. Auf den Kunden zugeschnittene Speziallösungen können teurer werden. Foto: Zgoll

Lohfelden. Für wenige Hundert Euro bekommt man im Handel Drohnen, die ihr Überfluggebiet mit Kameras ausspionieren können. Eine neue Technik will jetzt genau das verhindern.

Mit Drohnen ist es wie mit vielem im Leben. Richtig eingesetzt, können sie bei der Vermessung, Inspektion von Strommasten, Hallendächern, Brücken und Windrädern, als Transportmittel sowie als Mess- und Beobachtungsstation etwa in toxischen Umgebungen wichtige Dienste leisten. Andererseits steigt der Missbrauch mit diesen Fluggeräten, die es als Billigversion bereits für 100 Euro gibt. Da wird in Privatsphären eingedrungen, Rauschgift hinter Gefängnismauern geschmuggelt, die Industrie ausspioniert und, und, und. Zu den prominentesten Opfern gehören das Weiße Haus in Washington sowie der Pariser Élysée-Palast, die schon mehrfach von derlei Fluggeräten ausgespäht wurden.

Abwehren kann sie eine neue Technik aus Lohfelden zwar nicht, aber erkennen und Alarm schlagen. Die Dedrone GmbH hat das Warnsystem „DroneTracker“ entwickelt und will im August mit dessen Vermarktung beginnen. Das mit Elektronik vollgepfropfte kreuzförmige Gerät wird an die Fassade von Gebäuden oder als mobile Version an einem Teleskopmast befestigt und überwacht von dort aus den Luftraum.

Hinter dem jungen Unternehmen stecken Dr. Ingo Seebach, der sein Geld mit dem Hydraulikfilter-Hersteller Seetech verdient, sowie zwei Partner, die sich erst in der kommenden Woche zu erkennen geben wollen. Nur so viel: Auch sie sind erfolgreiche Unternehmer. Vor Jahren bereits erkannten die drei die große Gefahr, die von Drohnen ausgeht und den entstehenden Riesenmarkt im Kampf gegen dieselben.

Also begannen sie mit der Entwicklung einer komplexen Software, mit deren Hilfe die in der Standardversion 25.000 Euro teuren Geräte auf 100 Meter jede Art von Drohne hören, sehen und dank einer Datenbank mit den Daten aller Drohnen-Typen sicher erkennen können – trotz Umgebungsgeräuschen, Nebel, Regen und Dunkelheit. „Das Know-how steckt in der Software“, erklärt Seebach. Und die werde online ständig aktualisiert – etwa wenn neue Geräte auf den Markt kommen oder die Technik verbessert wird. Die drei Partner sehen ein riesiges Potenzial für ihr nach eigenen Angaben weltweit einzigartiges Produkt. Weltweit gehen monatlich 300.000 Drohnen über den Ladentisch.

Das Bedürfnis beziehungsweise die Notwendigkeit, sich vor ihnen zu schützen, wächst. Abgesehen von terroristischen Anschlägen etwa auf große Menschenmengen, militärische Objekte und wichtige staatliche Einrichtungen können sie auch der Industrie gefährlich werden. Etwa wenn sie auf einem Dach versteckt über Wochen Videos von neuen Produkten drehen und in Echtzeit weitergeben oder als WLAN-Station wichtige Daten abgreifen.

Seebach und Partner rechnen bereits für 2015 mit einem Umsatz von gut einer Million Euro, der sich in Zukunft Jahr um Jahr verdoppeln soll. „Wir haben noch nichts am Markt und täglich bereits mehrere Anfragen“, sagt der 40-jährige Maschinenbauer und Wirtschaftsingenieur und verrät, dass man bereits an Abwehrmethoden arbeitet – streng geheim natürlich.

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