Gemeinde ließ Verkehr zählen

Lohfeldener Hauptstraße soll weitere Ampeln bekommen

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Hier könnten demnächst weitere Ampeln stehen: Auf der Hauptstraße hat der Verkehr erheblich zugenommen, deshalb kommen Anwohner schwer von ihren Grundstücken und Fußgänger haben Probleme beim Überqueren der Straße. Da es zwischen der Einmündung zur Söhrestraße und dem Crumbacher Kreisel keine Ampel gibt, sind jetzt Behelfsampeln im Gespräch.

Lohfelden. In den vergangenen Monaten ist die Lohfeldener Hauptstraße zu einer stark befahrenen Straße geworden: Von durchschnittlich 7600 stieg die Zahl der Fahrzeuge auf 10.800 am Tag.

Denn während der Erweiterung der Autobahn 7 wird auch an den Brücken gearbeitet, der Waldauer Weg ist komplett und die Ochshäuser Dorfstraße halbseitig gesperrt. Die Hauptstraße fungiert in dieser Zeit als Umleitung für Autos und Lastwagen – und diese beanspruchen die Straße und deren Anwohner stark.

Marion Heinemann

Bewegen sich in diesem Abschnitt durchschnittlich rund 7600 Fahrzeuge am Tag (Stand: 2009), so seien es aktuell rund 10.800, teilt die Gemeinde mit. Das hat eine Verkehrszählung im September ergeben. Die Hoffnung der Gemeinde, dass die Erhöhung des Verkehrs und die gefahrene Geschwindigkeit die Einrichtung einer 30er-Zone rechtfertigt, hat sich allerdings nicht erfüllt. Denn laut der Statistik fuhren die Fahrzeuge durchschnittlich nur zwischen 26 und 42 Kilometer pro Stunde. Marion Heinemann vom Ordnungsamt der Gemeinde führt die geringe Geschwindigkeit auf die Menge an Fahrzeugen zurück.

Einzig das Aufstellen von Bedarfsampeln könnte nun noch eine Möglichkeit bieten, die Situation, besonders für die Straße querende Fußgänger und Anwohner angenehmer zu gestalten. Eine Notwendigkeit bestehe besonders dort, wo noch keine Ampeln stehen: zwischen der Söhrestraße und dem Crumbacher Kreisel. Geklärt werden müsse allerdings noch, was das kosten würde und, ob es dadurch zu Rückstaus kommen könnte.

Uwe Jäger

Vonseiten der Anwohner erreichten Bürgermeister Uwe Jäger (SPD) viele Beschwerden. „Es wundert nicht, dass Bürger sich ärgern, weil sie an den Baustellen der Brücken keine Arbeiter sehen“ – zumindest an der Ochshäuser Dorfstraße war dies der Fall (die HNA berichtete).

Doch auch das Bauamt der Gemeinde bekommt die Zunahme des Verkehrs in der Hauptstraße zu spüren: Gullideckel werden hochgehoben und Schlaglöcher entstehen.

Rolf Schweitzer

Laut Bauamtsleiter Rolf Schweitzer investiert die Gemeinde jährlich zwischen 10.000 und 20.000 Euro in die Unterhaltung und Reparatur der Hauptstraße – Geld, das versandet. Denn: Eine Entschädigung vom Verursacher gibt es dafür nicht. Da für die Erweiterung der Autobahn 7 der Bund zuständig ist, müsste dieser in Regress genommen werden. „Dafür wären Gutachten zum Straßenzustand vor, während und nach der Umleitungszeit notwendig“, so Schweitzer.

Laut Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus handele es sich bei den Fahrzeugen nicht um Baustellenverkehr, sondern um „normalen Umleitungsverkehr“.

Hintergrund

Um zu klären, wie viele Fahrzeuge tatsächlich die Straße täglich durchfahren und um damit verkehrliche Veränderungen zu rechtfertigen, hatte die Gemeinde eine Verkehrszählung in Auftrag gegeben. Zwischen dem 18. und 22. September wurden über 40 000 Fahrzeuge gezählt. Von den durchschnittlich 10 800 Fahrzeugen am Tag, die im September gemessen wurden, lag die Höhe des Schwerlastverkehrs laut Gemeinde bei 3,2 Prozent des Gesamtverkehrsaufkommens. Das entspricht rund 341 Lkw und Lastzügen im Mittel in 24 Stunden – dabei war 272 der niedrigste und 392 der höchste anteilige Einzelwert. Die Vergleichswerte aus 2009 lagen bei durchschnittlich 319 Lkw und Lastzügen pro 24 Stunden, allerdings mit einem prozentualen Verkehrsanteil von 4,2 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf den Gemeindeteil der Hauptstraße zwischen Einmündung Waldauer Weg und Kreisverkehr Crumbacher Straße.

Das sagt die Polizei

Laut Polizeisprecher Matthias Mänz hat sich das Verkehrsaufkommen in der Hauptstraße aufgrund der Bauarbeiten an den Überführungen der Autobahn 7 erhöht. Zu Verkehrsinfarkten sei es bislang aber nicht gekommen. Zwar staue es sich zu Hauptverkehrszeiten in Höhe der Ampeln. Das sei mit Wartezeiten verbunden – nicht aber mit vermehrten Unfällen. „Die Unfallzahlen sind gleichgeblieben“, so Mänz.

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