Nach verheerendem Feuer im Oktober 2013

Lohfeldener Ladengalerie bleibt eine Brandruine - Kritik wegen mangelnder Sicherung

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Deutliche Spuren: In den vergangenen Tagen wurde die Front der ausgebrannten Mietregal-Galerie teilweise mit weißen Platten gesichert. Im Hintergrund ist das renovierte und wieder bewohnte Mehrfamilienhaus zu sehen.

Lohfelden. Der mutmaßliche Brandstifter ist gefasst. Doch wie es mit der Ladengalerie in Lohfelden, die Ende Oktober 2013 ausbrannte, weiter geht, steht in den Sternen. Die Bevölkerung sieht es mit Missfallen.

Der verheerende Brand eines Wohn- und Geschäftshauses in der Hauptstraße von Ende Oktober 2013 ist nach der Festnahme des mutmaßlichen Brandstifters wieder Gesprächsthema in Lohfelden.

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Betroffen von dem im Keller des Gebäudes gelegten Großfeuer war ein Mietregal-Laden, den der in Haft genommene Tatverdächtige selbst betrieben hat, ein Blumengeschäft und ein angrenzendes Achtfamilienhaus. Die Geschäfte erlitten Totalschaden, das mehrgeschossige Wohnhaus war völlig verraucht und vorübergehend unbewohnbar. Zwei Bewohner mussten mit Verdacht auf Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Schaden betrug 350.000 Euro.

In der Zwischenzeit sind das Wohngebäude und das Blumengeschäft renoviert beziehungsweise erneuert worden. Außer der Frage, ob der Tatverdächtige Komplizen hatte, beschäftigt viele Lohfeldener, ob und wann die Räume der ausgebrannten Ladengalerie erneuert werden oder ob ein Abriss erforderlich ist.

Passanten kritisieren schlechte Sicherung

Vom Eigentümer des Wohnhauses und des Galeriegebäudes waren keine Details zu erfahren. Saban Karapinar war in den letzten Tagen für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die mangelnde Sicherung der lange von der Polizei beschlagnahmten Brandstelle stieß bei Passanten und Geschäftsnachbarn in den zurückliegenden Monaten auf Kritik: Die beschädigte Schaufensterfront war bis Ende April nur mit einer leichten, teilweise arg herunterhängenden und vergilbten Kunststoff-Plane abgedeckt. Erst am Wochenende wurde die Frontseite des Gebäudes mit festeren Spanplatten besser gesichert. Die überfällige Maßnahme könnte auf eine Intervention von Bürgermeister Michael Reuter zurückgehen, der Anfang vergangener Woche Sicherungsmaßnahmen angeordnet hatte. Der Verwaltungschef wollte zum Sachverhalt keine Stellungnahme abgeben. Man werde jetzt aktiv, hieß es am Dienstag aus dem Rathaus.

Künftig zwei Läden als Möglichkeit

„Es wurde wirklich Zeit, dass die Plane verschwindet“, mit dem Anblick der zerborstenen Ladenscheiben und den sonstigen Spuren des Großbrandes müsse man bis zur Renovierung eben noch leben, sagte eine Anwohnerin aus der Hauptstraße. Die Zukunft des ehemaligen Mietregal-Ladens bleibt ungewiss.

Nach Informationen unserer Zeitung will der Eigentümer das Geschäft nach der baulichen Erneuerung teilen, um an dieser Stelle zwei Läden vermieten zu können. Äußerlich sichtbar sind bis jetzt nur Reparaturarbeiten auf dem Dach und ein kleines Baugerüst auf dem Hof.

„Ich hoffe, dass nebenan bald etwas passiert“, sagte uns Heike Schmidtke. Die Eigentümerin des Blumengeschäftes ist mit ihrem Neustart nach sechs Monaten Wartezeit „sehr zufrieden“. Die Mieter des vorübergehend nicht bewohnbaren Achtfamilienhauses waren nach dem Brandschaden von der Gemeinde Lohfelden im Hotel „Zur Post“ und - zum Teil bis Anfang März - auch in der Kulturhalle am Friedrich-Ebert-Ring untergebracht worden, sind größtenteils jedoch wieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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