Vor sechs Monaten startete er in sein Amt

Lohfeldens Bürgermeister Uwe Jäger zieht Bilanz

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Lohfelden. Seit einem halben Jahr ist Uwe Jäger (SPD) Bürgermeister von Lohfelden – Zeit für eine erste Bilanz. Das Gespräch mit der HNA findet kurz nach einem aufregenden Ereignis statt.

„Es gab einen Zwischenfall“, erzählt Jäger. Ein Lohfeldener Bürger sei mit einem Anliegen zu ihm gekommen und habe einen epileptischen Anfall erlitten. Als ausgebildeter Rettungssanitäter habe er zumindest Ersthilfe leisten können, berichtet Jäger.

Dass ein Bürgermeister seinen Bürgern aber nicht in allen Belangen helfen kann, habe er im ersten halben Jahr gemerkt: „Bei vielen Dingen kann man einfach nichts tun.“ Eine Halbjahresbilanz sei schwierig. „Um dieses Amt richtig zu verstehen, braucht es mindestens ein Jahr.“ Im Großen und Ganzen sei das Dasein als Bürgermeister so, wie er es sich vorgestellt hat – allerdings habe er nicht mit einer 70 bis 80-Stunden-Woche gerechnet.

Auch das „hohe Anspruchsdenken“ mancher Bürger habe er unterschätzt. „Wir tun wahnsinnig viel für Vereine und Verbände“ – das werde nicht von jedem gesehen. Die Themen, mit denen er sich seit seinem Amtsantritt am 1. Juni beschäftigt, sind in erster Linie Baustellen, die sein Vorgänger Michael Reuter (SPD) hinterlassen hat.

Betreuungsplätze

Dass, wie in der HNA berichtet, schon im Herbst etwa 90 Plätze für U3-Kinder fehlen, stimme so nicht. Aber: „Die Tendenz geht dahin, dass wir mehr Plätze brauchen“. Wie hoch die Anmeldequote letztlich sein wird, kann man nicht abschätzen. Wären Geld und Zustimmung der Gemeindevertreter da, würde Jäger einen Neubau in Erwägung ziehen.

Die kostengünstigste Lösung sei aber der Umbau der Bücherei Vollmarshausen zu einer Krippe. In drei Gruppen könnten hier Kinder unter drei Jahren untergebracht werden.

Hauptstraße

Nachdem die Gemeinde im Sommer Ideen der Bürger zur Neugestaltung der Hauptstraße gesammelt hat, liegen jetzt zwei bis drei Entwürfe vor. Die Umsetzung sei allerdings schwierig, so Jäger. „Bis Juni 2018 wird sich an der Hauptstraße nichts tun.“ Schuld sei der Ausbau der A 7 und die damit zusammenhängende Brückenerweiterung. Der Verkehr wird deshalb derzeit über die Crumbacherstraße und die Hauptstraße umgeleitet. „Vor allem die Crumbacher Straße ist völlig überlastet, aber da haben wir keine Chance gegen Hessen Mobil.“

Lkw-Verkehr Ochshausen

Wie sich das Lkw-Verbot im Ortsteil Ochshausen ausgewirkt hat, sei schwierig zu bewerten. Auch hier mache sich die Umleitung bemerkbar. „Die Lkw sind zu groß, um über den Kreisel an der Crumbacher Straße/Dorfstraße zu fahren“ – von daher habe sich das Problem mit dem Lkw-Verkehr erst einmal beruhigt.

Tram nach Lohfelden

Ob Lohfelden eine Tramanbindung braucht, darüber seien die Bürger geteilter Meinung. Er selbst bezeichnet eine Tramanbindung als „Leckerli“, das derzeit aus finanziellen Gründen nicht möglich ist. Vor allem wie der Ortsteil Vollmarshausen an die Linie angeschlossen werden kann, sei bislang nicht geklärt. Da brauche es erst einen neuen Trassenvorschlag der KVG, so Jäger, denn die Überbrückung mit Bussen sei keine Option. „Wir wollen hier keine Menschen erster und zweiter Klasse haben.“

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