Umfrage in der Schule

Lohfeldener Schüler über Mode: Trends folgen und von Trends verfolgt werden

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Bedeutung von Modetrends für Jugendliche

Lohfelden. Für das Projekt "medien@schule" haben sich Schüler der Söhreschule Lohfelden bei ihren Mitschülern umgehört: Wie wichtig ist ihnen Mode und wie gut sind sie darüber informiert. 

Während die Eltern noch stundenlang anstanden, um die neueste CD ihrer Lieblingsband zu ergattern, erwarten Teenager heute sehnsüchtig das neueste Turnschuhmodell oder die Eröffnung einer neuen Primark-Filiale. Um manche Marken ist ein regelrechter „Hype“ entstanden. Warum eigentlich? Shoppen gehört inzwischen für viele Jugendliche zur Freizeitgestaltung. 

Die große Beliebtheit mancher Marken liegt vermutlich darin, dass sie mehr verkaufen als nur Kleidung. Durch den Kauf bestimmter Markenprodukte wird der Käufer selbst zum Teil einer angesagten Gemeinschaft, die häufig von bekannten Models oder It-Girls beworben werden. Es wird ein Gefühl verkauft – das Gefühl, dazuzugehören. Die wichtigsten Informationen zum Thema Mode erhalten Jugendliche über das Internet. Vor allem über soziale Netzwerke und Mode-Blogs erfahren sie, welche Marken und Läden gerade angesagt sind. 

Aber auch das soziale Umfeld spielt eine große Rolle. Was finden andere gut? Worüber reden die beliebten und anerkannten Mitschüler? In der aktuellen Sommersaison sind beispielsweise Blumenmuster, sowie Patching, Lolita trend, Metallic, Jeans, Latzhosen, knallige Farben, Cold Shoulder sehr angesagt. Ein guter Preis spielt gerade bei Jugendlichen eine große Rolle. Da sich Michael Kors, Calvin Klein und beispielsweise Tommy Hilfiger nicht unbedingt jeder leisten kann, kaufen Jugendliche lieber bei H & M, New Yorker und Primark ein. Auch Teenager, die wenig Taschengeld haben, können sich hier stilistisch austoben und etwas Neues ausprobieren. 

Die Qualität ist vielen Jugendlichen dabei nicht so wichtig. Auch über die Herstellungsbedingungen in Ländern wie Bangladesh oder China denkt kaum ein Jugendlicher außerhalb des Erdkundeunterrichts nach. Das ist weit weg, moralische Bedenken gibt es selten. Trends lösen sich bei Jugendlichen schnell wieder ab. Was heute in ist, kann morgen schon wieder out sein.

Bei einer Umfrage in der Söhreschule Lohfelden gaben zwei Drittel der Mädchen an, immer darüber informiert zu sein, was gerade angesagt sei. Dabei orientieren sie sich nicht nur in ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld, sondern auch an Medien wie Fernsehen, Internet und Zeitschriften. Obwohl die Hälfte der Interviewten angab, die Einkäufe nach der aktuellen Mode zu richten, empfanden viele den Einfluss, den die Trends auf ihren Alltag ausüben, als deutlich zu stark. 

Auf die Frage, was Schüler über Menschen denken, die Modetrends ignorieren, gingen die Reaktionen stark auseinander: 25 Prozent sagten, es sei ihnen egal, 30 Prozent konnten ein derartiges Desinteresse nicht verstehen. Die Mehrheit der Befragten (45 Prozent) gab an, dass Menschen, die sich nicht an Modetrends orientieren, mit dem Bekenntnis zum eigenen Stil Mut und Persönlichkeit zeigen. Alle Befragten waren sich einig, dass durch die Orientierung an Trends häufig Kreativität und Individualität auf der Strecke bleiben. Die meisten gaben an, sich unter Freunden nicht ausgeschlossen zu fühlen, selbst wenn sie nicht das tragen, was aktuell angesagt ist. 

Die Interviews haben ergeben, dass es letztendlich darum geht, sich in dem, was man trägt, wohlzufühlen. Ob das dann auch dem Trend entspricht, darf jeder für sich selbst entscheiden. Und wer sich dem Trend widersetzt, setzt vielleicht einen neuen Trend.

Von Luca, Dea, Lilli und Blenora, 8 c Söhreschule Lohfelden

Anmerkung: 268 Acht-, Neunt- und Zehntklässler haben im Rahmen des Projektes „medien@schule“ Artikel, Fotos und Videos für HNA.de erstellt. Das Projekt von Hessischer Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und der HNA findet im Rahmen von „Medien machen Schule“ statt. Es soll zeigen, wie neue Medien und soziale Netzwerke wie Facebook, Youtube, Twitter und Instagram funktionieren. Hier finden Sie weitere Artikel, die während des Projekts entstanden sind.


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