Er war mit seiner Mannschaft unterwegs

Nach Fußballspiel in Wolfsburg: Jannis aus Lohfelden auf Rastplatz vergessen

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Fahrt mit dem Streifenwagen Richtung Kassel: Polizeikommissarin Vanessa Frech von der Autobahnpolizei Hildesheim kümmerte sich um den frierenden Jannis aus Lohfelden. Die Polizistin hatte ihm ihre Jacke gegeben.

Hildesheim/Lohfelden. Ein neun Jahre alter Junge aus Lohfelden ist auf einer Autobahnraststätte zwischen Hildesheim und Göttingen vergessen worden und musste von der Polizei abgeholt werden.

Aktualisiert um 14.22 Uhr - Es war ein „Schreck in der Abendstunde“, sagt der Jugendleiter des FSK Vollmarshausen, Kai Graviat ziemlich betroffen. Aber es war ein Schreck, der schnell ein gutes Ende fand. Jannis hatte am Samstagnachmittag mit seiner Jugend-Fußballmannschaft in Wolfsburg das Bundesligaspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen besucht und war anschließend mit einem Fanbus auf dem Weg zurück in seinen Heimatort Lohfelden bei Kassel gewesen, wie die Polizei mitteilte.

Nach einer Pause auf der Rastanlage Harz-West war der Bus demnach gegen 19 Uhr ohne den Neunjährigen weitergefahren, weil niemandem aufgefallen war, dass er noch auf der Toilette war. Geistesgegenwärtig wandte sich der Junge an Mitarbeiter der Raststätte, die sofort die Autobahnpolizei Hildesheim verständigten.

Auf die Frage an den Jungen, wie der Vorfall passieren konnte, erzählte er den Polizisten die genaueren Umstände: Er war, so sagte er, mit seinen Freunden im Restaurant der Rastanlage und wollte sich etwas kaufen. Da er sein Geld im Bus vergessen hatte, lief er zurück und holte seine Geldbörse, kaufte sich dann was und ging noch einmal auf die Toilette. Als er dann von dort zurückkam, war der Bus ohne ihn weiter abgefahren. Da Jannis keine Handy-Nummer eines Businsassen kannte, konnte im Bus niemand erreicht werden.

Weil er auch das Kennzeichen des Busses nicht wusste, konnte schlecht danach gefahndet werden. Die Polizisten nahmen das Kind mit und übergaben es einige Kilometer weiter südlich bei Echte im Landkreis Northeim an Kollegen der Autobahnpolizei Göttingen, die es zu seinen Eltern bringen sollten.

Betreuer holt Jungen bei der Polizei ab

In der Zwischenzeit war jedoch dem Betreuer der Fußballmannschaft das Fehlen seines Schützlings aufgefallen und er hatte sich bei der Polizei gemeldet. Er holte den Neunjährigen schließlich mit seinem Auto bei der Polizei in Göttingen ab und fuhr ihn selbst nach Hause. Gegen 23 Uhr meldete die Mutter des Jungen der Polizei, dass dieser gut angekommen sei. 

Das sagt der Jugendleiter

„Die Mutter hat nach dem ersten Schrecken das alles ganz entspannt aufgenommen“, sagt Jugendleiter Kai Graviat. Graviat war natürlich mit im Bus dabei und bestätigt gegenüber der HNA weitgehend die Angaben des Jungen und erklärt den Vorfall so:

Nach der Rast, so Kai Graviat, habe er die Kinder im Bus durchgezählt. Ergebnis: Alle waren da. Doch irgendwann im Laufe des Zählens, als Graviat von Reihe zu Reihe ging, muss Jannis den Bus noch einmal verlassen haben, um sich doch noch was an der Raststelle zu holen.

Als der Bus schließlich abfuhr, ging der Jugendleiter dann davon aus, dass alle seine Schützlinge vollzählig zurück und im Bus seien. Dass der Neunjährige fehlte, fiel erst später auf.

Die Fahrt zum Bundesligaspiel, sagt Graviat, sei Klasse gewesen. Bis zu dem Schreck in später Abendstunde. Dem mit dem guten Ausgang.

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