Nilgans brütet im Crumbacher Kirchturm

Wunder der Natur: In einer der kleinen ehemaligen Schießscharten im Turm der Crumbacher Kirche brütet eine Nilgans sechs Junge aus. Nistplatz und Turmaufstieg sind durch eine Glasscheibe getrennt. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Der trutzige Turm der aus dem Mittelalter stammenden Crumbacher Kirche ist besonders seit seiner Sanierung ein Lebensraum für Turmfalken, Dohlen oder zahlreiche Sperlinge.

Jetzt brütet sogar eine Nilgans in einer der kleinen Schießscharten des ehemaligen Wehrturms.

Der Turmaufstieg und der Nistplatz sind durch ein Glasfenster getrennt, so dass man sich der Gans gut nähern kann und die Natur-Idylle auch nicht allzu sehr stört.

Küster und Hausmeister Lothar Flamme (42) hatte das Tier bei einem Kontrollgang entdeckt: „Die Nilgans brütet sechs große Eier aus“, berichtete Flamme.

Seine anfängliche Sorge, dass die Gans aus der nach vorne schmalen Öffnung nicht mehr herauskommt, habe sich als unbegründet erwiesen, sagte der Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde Lohfelden.

Die aus Afrika stammenden Tiere seien auch in unserer Region heimisch geworden: Vor zwei Jahren habe schon einmal eine Nilgans Junge im Kirchturm Junge ausgebrütet, sagte Dieter Werner, 2. Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Kaufungen/Lohfelden.

Er habe das zurzeit in Crumbach angesiedelte Pärchen schon auf dem Kirchendach sitzen sehen, als die Gans ihren Nistplatz einmal kurzzeitig verließ, so Werner.

Während der umfangreichen Sanierungsmaßnahme hatten Nabu und Kirche gemeinsam dafür gesorgt, dass die Nistmöglichkeit für bedrohte Tierarten im Kirchturm erhalten bleibt. Das Engagement der evangelischen Kirchengemeinde sei dafür 2007 vom Naturschutzbund mit der Plakette „Lebensraum Kirche“ belohnt worden, sagte Dieter Werner. (ppw)

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