"Meilenstein unserer Abfallwirtschaft"

Kürzere Wege für Müllentsorgung: Recyclinghof Vollmarshausen in Betrieb

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So leicht geht es: Raphael Palme, Personalratsvorsitzender bei der Abfallentsorgung, zeigt, wie man die Container auf dem neuen Recyclinghof befüllt.

Kreis Kassel/Lohfelden. Wenn man nicht abholen lässt, ist die Müllentsorgung ein schweißtreibendes Geschäft. Müll ist schließlich nicht gleich Müll. Einfach abladen, das geht gar nicht. Metall, Kunststoff, Glas, Pappe, Bauschutt, der ausgediente Schrank.

Alles muss in gesonderte Container, die auch noch übermannshoch sind. Doch im neuen Recyclinghof sollen das die Kunden bequem erledigen können: Für die Müllentsorger gibt es einen Rundkurs, der auch mit Anhänger befahrbar ist und auf dem sie die unterschiedlichen Sorten Abfall bequem in die tiefer liegenden Behälter werfen können. Am Montag ging der 10.000 Quadratmeter große Recyclinghof unterhalb der Biokompostierungsanlage des Landkreises Kassels in Lohfelden-Vollmarshausen in Betrieb.

„Der Recyclinghof ist ein Meilenstein unserer Abfallwirtschaft“, sagte Vizelandrätin Susanne Selbert, die den Hof am Wochenende Vertretern der Kreis-Kommunen und des Kreistags schon mal präsentierte. Es war ihr letzter Auftritt in dieser Position. Ab Dienstag ist sie Chefin des Landeswohlfahrtsverbands (LWV). Der Kreis hat 1,8 Millionen Euro in den Recyclinghof investiert. Acht Firmen haben ihn über ein Jahr lang geplant und gebaut.

Er schafft Entlastung für den bisher einzigen Betrieb dieser Art an der Kirschenplantage in Hofgeismar und wird vor allem den Kreisbewohnern des Kasseler Südens und Ostens kürzere Wege zur Müllentsorgung bescheren. Wie viele Bürger tatsächlich das neue Angebot nutzen werden, bleibt abzuwarten. Viele waren bisher auf die Recyclinghöfe in der Stadt Kassel ausgewichen.

Während der Anlaufphase nimmt der neue Recyclinghof nur Einzelmengen an Wertstoffen und Abfällen bis drei Kubikmeter an, Grünabfälle allerdings in unbegrenzter Menge. Die kostenlose Abholung von Hausrat-Abfällen solle trotz der neuen Entsorgungsmöglichkeit fortgeführt werden, sagte Selbert auf Anfrage. Zwei Mitarbeiter hat der Kreis eingestellt. 

Das Betriebsgebäude ist noch nicht fertig eingerichtet. Auf dem Hof gibt es auch mehrere große Produktboxen, wo der vom Entsorgungszentrum Lohfelden produzierte Qualitätskompost und die verschiedenen gebrauchsfertigen Erden für die Kunden gelagert und verkauft werden.

Seitlich unterhalb des Recylinghofs ist ein Regenrückhaltebecken entstanden. Es soll verhindern, dass bei einer Überflutung des Hofs, während eines ungewöhnlichen Starkregens Schmutzwasser in das Erdreich gelangt. Oberhalb ist ein weiteres Reservoir gerade im Bau. Es soll das Wasser vom Dach der riesigen Verrottungshallen der Biokompostierungsanlage auffangen. 

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