Rentschs Erbe bald Schrott

Radar-Warnschilder von Ex-FDP-Minister Rentsch werden wieder abgebaut

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Bald verschwunden: Nach dem Regierungswechsel in Wiesbaden wird auch dieses Schild, das am Ortseingang von Niestetal-Sandershausen vor einer Radaranlage der Gemeinde warnt, wieder abgebaut.

Niestetal/Lohfelden/Fuldabrück/Schauenburg. Ein halbes Jahr, nachdem Hessens geschiedener Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) angeordnet hatte, vor jeder fest installierten Radaranlage ein Warnschild aufzustellen, werden die umstrittenen Blechtafeln wieder abgebaut.

Für die Straßenarbeiter von Hessen Mobil sind sie eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, auf die sie sicher gern verzichten würden: Insgesamt 69 Warnschilder müssen auf Geheiß des neuen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir (Grüne) allein in den Kreisen Kassel, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg entfernt werden, erklärte Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus auf HNA-Anfrage. Auf einen Schlag verschwinden werden die Warnschilder, die nach der Lesart Rentschs Autofahrer vor Abzocke schützen sollten, allerdings nicht.

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„Die Schilder werden sukzessive im Zuge der üblichen Arbeiten zum Straßenunterhalt entfernt“, erklärte der Sprecher des Landesbetriebs. Rund 100.000 Euro hatte die Aktion des FDP-Ministers den Steuerzahler landesweit gekostet. In einigen Wochen sitzt die Straßenbaubehörde nun auf einem Haufen Schrott: Zumindest in den nächsten fünf Regierungsjahren unter der schwarz-grünen Koalition in Wiesbaden werden die Schilder nämlich sicher nicht mehr zum Einsatz kommen.

Im Altkreis Kassel rücken die Arbeiter von Hessen Mobil demnächst in vier Gemeinden an, um die teilweise einbetonierten Pfosten wieder aus der Erde zu holen: in Niestetal, Lohfelden, Fuldabrück und Schauenburg. Aus der Ablehnung der Aktion Rentschs machte man schon vor einem halben Jahr entweder keinen Hehl (Niestetal, Fuldabrück und Schauenburg) oder man enthielt sich vielsagend eines Kommentars (Lohfelden).

Nach einem halben Jahr fällt das Urteil nicht anders aus. Beispiel Niestetal: Dort wurden die Warnschilder an vier Stellen aufgestellt, darunter an den Ortseingängen von Sandershausen.

Auswirkungen hatte das laut Gemeinde allerdings keine. Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) am Dienstag auf HNA-Anfrage: „Es gab definitiv keine Veränderungen.“ 

Von Peter Ketteritzsch

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