Kassel wird Zentrale des Wärmetauschergeschäfts

Verkauf an Investor Triton: Schmidt’sche Heißdampf jetzt bei Arvos

Luftvorwärmer für die Ruß-Herstellung: 70 Tonnen wiegt das Schätzchen. Die weit größeren Spaltgaskühler bringen es auf bis zu 500 Tonnen. Archivfotos: Koch

Kassel / Lohfelden. Die Übernahme des Kasseler Traditionsbetriebs Schmidt’sche Heißdampf durch den deutsch-skandinavischen Investor Triton ist abgeschlossen. Der Käufer bündelt das vom französischen Alstom-Konzern erworbene Geschäft in der neu gegründeten Arvos Group in Heidelberg.

Karsten Stückrath

Für den Kasseler Wärmetauscher-Spezialisten ändert sich nach außen nichts. Die 240 Beschäftigten an der Ellenbacher Straße sowie in einem Zweigwerk in Lohfelden setzen ihre Arbeit unverändert fort, zumal in den Büchern Aufträge über 200 Millionen Euro stehen. Kassel firmiert künftig als eine von drei Arvos-Divisionen unter dem Namen Schmidtsche Schack. Zu dieser Sparte gehören neben den Kasseler auch die Düsseldorfer Aktivitäten (ehemals Schack) mit 60 Beschäftigten sowie fünf Auslandsstandorte. Die Division hat insgesamt 350 Mitarbeiter und wird von Karsten Stückrath verantwortet, der gleichzeitig Geschäftsführer in Kassel bleibt. Er und der Betriebsrat hatten den Verkauf seinerzeit unterstützt. Sie erwarten, das Triton in Kassel investiert und beim geplanten Wachstum hilft.

Schmidtsche Schack stellt unter anderem sogenannte Spaltgaskühler her. Sie sind die Herzstücke beim Cracken von Gas und Rohöl in chemischen und petrochemischen Anlagen zur Gewinnung von Ethylen – dem Grundmaterial aller Kunststoffe. Die Anlagen sind weltweit im Einsatz. Die Kasseler gelten als Technologie- und in Teilbereichen sogar als Marktführer. Bei Luftvorwärmern für die Ruß-Produktion halten die Kasseler einen Weltmarktanteil von 70 Prozent. Das 1910 gegründete Unternehmen gehörte seit 1989 zum Alstom-Konzern.

Wie berichtet, hatte Triton die Wärmetauscher-Aktivitäten der Franzosen im Frühjahr für 730 Mio. Euro übernommen. Im vergangenen Jahr setzte der Bereich mit 1700 Beschäftigten gut 400 Mio. Euro um. Triton (Frankfurt / Stockholm) gilt als verlässlicher, strategischer Partner, der seine Beteiligungen mitunter sehr lange hält und ihnen operativ lange Leine lässt.

Von José Pinto

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