"Monte Scherbelino": Ehemalige Abraumhalde wächst zu 

Schuttberg in Lohfelden-Ochshausen wuchert seit Jahren zu

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Zugangsschild

Lohfelden. Der Schuttberg in Lohfelden-Ochshausen ist bei Wanderern und Spaziergängern beliebt - auch wegen des tollen Ausblickes von seiner Spitze aus. Doch seit einiger Zeit gibt es kein Hinaufkommen mehr.

Lange Zeit war der Schuttberg in Lohfelden-Ochshausen, besser bekannt als „Monte Scherbelino“, ein beliebtes Ziel für Wanderer und Spaziergänger – vor allem auch deshalb, weil man von der Spitze des Hügels einen wunderbaren Rundblick über Lohfelden, Kaufungen und Kassel hatte.

Das Gelände rund um den Monte Scherbelino sei seit Längerem so gut wie nicht mehr begehbar, weil die Wege, die über den Hügel führen, zum großen Teil zugewachsen sind. Das Hochplateau am Gipfel sei vollständig mit Vegetation überwuchert und ohne Hilfsmittel (Sense, Heckenschere) praktisch nicht mehr zugänglich, berichtete ein Leser.

Rolf Schweitzer, Abteilungsleiter der Baubearbeitung Lohfelden, erklärte auf Nachfrage, dass der Monte Scherbelino bestimmten Naturschutzauflagen unterliegt. „Das Gehölz oben auf der Spitze ist so hoch gewachsen, das wir es gar nicht mehr beschneiden dürfen“, sagt Schweitzer. Vor 25 Jahren sah die Situation noch anders aus. Damals gab es eine Naturschutzgruppe die eine Steintafel, auf der die Fernziele zu sehen sind, auf dem Hügel installiert hat, erinnert sich Schweitzer.

Die Gruppe gibt es wohl nicht mehr. Für die Gemeinde ist der Aufwand, die Büsche und Sträucher sowie die Bäume zurückzuschneiden zu hoch. „Außerdem haben wir Probleme mit illegaler Müllentsorgung. Deshalb haben wir eine Schranke vor dem Aufstieg installiert“, sagt Schweitzer.

Kein durchkommen mehr: Der Zugang zum Monte Scherbelino ist zugewachsen. Die Schranke hat die Gemeinde installiert, um illegaler Müllentsorgung vorzubeugen. 

Die Gemeinde überlässt den Monte Scherbelino schon seit längerer Zeit der Natur. Der ehemalige Schuttberg stand schon häufiger im Mittelpunkt von Ereignissen und Diskussionen in den vergangenen Jahrzehnten. Am 27. Juni 1979 kamen 300 Gäste zum Tannenhof des ehemaligen CDU-Landtagsabgeordneten Wolfgang von Heusinger, um das Abbrennen des Johannisfeuers auf dem Monte Scherbelino zu beobachten. Die Flammen waren damals bis nach Kassel zu sehen. 1979 wollte die CDU-Fraktion Lohfelden im Rahmen eines öffentlichen Wettbewerbs einen anderen Namen für den Schuttberg in Ochshausen finden. Diese Anregung unterbreitete der damalige Fraktionsvorsitzende Wolfgang von Heusinger dem ehemaligen Bürgermeister Walter Knoche. „Monte Scherbelino“ oder „Der kleine Meißner“ seien keine angemessenen Namen. Gleichzeitig dürften die vielen Wanderer die diesen Weg benutzen nicht vergessen werden, meinte die CDU-Fraktion.

Am 25. März 1994 wurde auf der ehemaligen Abraumhalde ein 15 Meter hohes Windmesssystem installiert. Die im Auftrag des Kasseler Iset-Instituts errichtete Anlage war für vergleichende Messungen gedacht. Ziel war, die Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen an potenziellen Standorten vorherzusagen.

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