Kreisel im Kreuzungsbereich vorgesehen

Drei Entwürfe liegen vor: So könnte die Lohfeldener Hauptstraße in Zukunft aussehen

+
So sieht die Hauptstraße in Lohfelden aktuell aus: Links und rechts befinden sich Längsparkplätze. Mitarbeiter des Kasseler Planungsbüros pwf haben drei Gestaltungsvarianten erarbeitet.

Lohfelden. Die Umgestaltung der Hauptstraße in Lohfelden ist seit Jahren Gesprächsthema. Nun wird es erstmals konkret: Es liegen drei Entwürfe vor.

Elmar Erdmann vom Kasseler Planungsbüro pwf hat kürzlich in der Gemeindevertretersitzung drei mögliche Gestaltungsentwürfe vorgestellt.

Momentane Situation

An der viel befahrenen Hauptstraße sind derzeit 55 Längsparkplätze angesiedelt. „Das Parkangebot ist in dem Areal für die Größe der Gemeinde Lohfelden außerordentlich gut“, erklärte Erdmann. Dennoch komme es in Stoßzeiten zum sogenannten „Park-Such-Verkehr“: Immer wieder staut es sich auf der Hauptstraße, weil Autofahrer einen Parkplatz suchen. Sie wenden dabei häufig, weil sie eine Lücke auf der Gegenseite entdecken. Derzeit muss der Fahrer die Tür stets in Richtung Fahrbahn öffnen – nicht nur ein Gefahrenpotenzial für Autofahrer, sondern auch für Radler. Ein weiteres Problem: Autofahrer parken bei zu kurzer Lücke schräg bis auf den Gehweg ein.

Umgestaltung der Hauptstraße in Lohfelden: So sehen die drei Entwürfe aus. (Für die volle Ansicht bitte auf das Bild klicken.)

Variante 1

Die Parkplätze bleiben längs an der Hauptstraße angeordnet. Die bisherige Fahrbahn (7 bis 9 Meter breit) muss auf 6,5 Meter verschmälert werden, denn nur dann können Fördermittel für die Umgestaltung der Hauptstraße in Anspruch genommen werden. Der Gehweg auf der Geschäftsseite wird auf mindestens drei Meter verbreitert. Zusätzlich sieht dieser Entwurf im Kreuzungsbereich Hauptstraße/Berliner Straße/Am Stadion einen Kreisel vor: Dort soll die Kreuzung, die für Fußgänger derzeit kaum überquerbar ist, verkleinert, entzerrt und überschaubarer werden.

Variante 2

Statt der bisherigen Längsparkplätze sind bei diesem Entwurf Senkrechtstellplätze vorgesehen – allerdings nur noch vor den Wohnhäusern und nicht mehr vor den Geschäften. Der Vorteil: Es kann von beiden Fahrtrichtungen aus in die Lücke gefahren werden. Die Autofahrer stehen in einem geschützten Stellplatzbereich: mehr Sicherheit also beim Beladen und Aussteigen – auch für Radfahrer. Hinzu kommt jedoch ein höheres Risiko beim Rückwärtsausparken.

Variante 3

Dieser Entwurf sorgte bei den Gemeindevertretern für kritische Nachfragen: Die Parkplätze sollen im Mittelbereich der Fahrbahn entstehen und somit beide je 3,25 Meter breiten Fahrspuren voneinander trennen. Die sogenannten Schrägparkplätze sind von beiden Seiten aus anfahrbar. Von hier aus müssen die ausgestiegenen Autofahrer dann nur noch eine Fahrbahn überqueren. „Doch ist die Gefahr nicht groß, dass Autofahrer beim Vorwärtsausparken in die falsche Fahrtrichtung fahren?“, fragte einer der Gemeindevertreter. Planer Erdmann verwies auf ein Beispiel aus Karlsruhe. Dort funktioniere das Prinzip seit mehreren Jahren problemlos. Auch bei diesem Entwurf ist ein Kreisel im Kreuzungsbereich Hauptstraße/Berliner Straße/Am Stadion vorgesehen.

Kosten

Da die Planungen noch ganz am Anfang stehen und noch nicht feststeht, welches der drei Gestaltungskonzepte letztlich umgesetzt wird, kann Erdmann die Kosten bislang nur grob schätzen: „Diese belaufen sich bei der Größe der überplanten Flächen auf etwa 2,6 Millionen Euro.“ Förderfähig vom Land Hessen seien schätzungsweise bis zu 40 Prozent. Wenn das bewilligt werden sollte, muss die Gemeinde für zehn Prozent der Kosten aufkommen, für die restlichen 50 Prozent werden die Anlieger zur Kasse gebeten – da es sich bei der Hauptstraße um eine Straße handelt, die dem innerörtlichen Verkehr dient.

„Wenn von der Gemeinde Fördermittel genutzt werden wollen, dann reicht eine Sanierung der Hauptstraße nicht aus. Denn die Wiederherstellung des Status quo gilt als Sanierung und ist daher nicht förderungsfähig. Es muss also eine Umgestaltung der Hauptstraße her“, erklärt Erdmann.

Zeitlicher Ablauf

„Das sind erst mal nur erste Entwürfe. Die Umsetzung kann erst beginnen, wenn die Umleitung zur Hauptstraße nicht mehr vorhanden ist“, stellt Bürgermeister Uwe Jäger (SPD) klar. Er bezieht sich auf die derzeitigen Brückenbauarbeiten an der A 7 – der Waldauer Weg ist deshalb komplett und die Ochshäuser Dorfstraße halbseitig gesperrt (aufgrund ruhender Bauarbeiten im Moment jedoch nicht). Die Hauptstraße fungiert somit als Umleitung für Autos und Lastwagen – laut der Straßenbaubehörde Hessen Mobil voraussichtlich noch bis Ende diesen Jahres.

Laut Erdmann sind als Nächstes Gespräche mit Geschäftsinhabern, Anwohnern und Eigentümern geplant. Danach folgt das Votum für eine Gestaltungsvariante, erst dann wird ein konkreteres Konzept erstellt.

Hintergrund: Bürger äußerten Wünsche im Infomobil 

Im April 2015 konnten Lohfeldener in einem Infomobil auf dem Berliner Platz mitteilen, wie sie sich die Gestaltung der Hauptstraße vorstellen. Etwa 60 Bürger nahmen das Angebot wahr. Die Ergebnisse stellte Elmar Erdmann vom Kasseler Planungsbüro pwf in der jüngsten Gemeindevertretersitzung vor. 

• Gehwege: sind oft zu schmal, barrieregerechter Ausbau fehlt 

• Parken: zu wenige Behindertenparkplätze, lieber Parkplätze zum schräg statt längs einparken, eindeutigere Parkplatzmarkierung 

• Straßenraum: Kreuzung Hauptstraße/Berliner Straße übersichtlicher gestalten – möglicherweise mit Kreisverkehr, Hauptstraße soll verkehrsberuhigte Zone werden 

• Plätze: Treffpunkte fehlen 

• Ausstattung: nicht mehr zeitgemäß, es fehlen Sitzbänke und Fahrradständer, Beleuchtung muss verbessert werden 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.