Streit um Lkw-Fahrverbot in Lohfelden: Gespräch mit Anwohnern

+
Viele Lastwagen in Ochshausen unterwegs: Die Gemeinde Lohfelden fordert, den Durchgangsverkehr von Lkw entlasten. 

Lohfelden. In den Streit um ein Lkw-Durchfahrtverbot inLohfelden kommt neue Bewegung: Wie die HNA jetzt erfuhr, ist die Bürgerinitiative Ochshausen für den 18. November zu einem Gespräch mit der Gemeindeverwaltung und dem Regierungspräsidium (RP) eingeladen worden.

Im Vorfeld des Termins im Rathaus haben sich auch die beiden Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters, Uwe Jäger (SPD) und Olaf Köhne (Grüne), gegenüber unserer Zeitung hinter die Fahrverbotsforderung der betroffenen Anwohner gestellt. Die beklagen den zunehmenden Schwerlastverkehr mit über 8000 Fahrzeugen täglich vor ihren Wohngrundstücken.

Uwe Jäger

„Es kann so nicht weitergehen, die Menschen in den belasteten Bereichen leiden seit Jahren unter dieser Situation“, sagt Uwe Jäger, der die Anordnung eines Durchfahrtverbots für unumgänglich hält. Man könne den Schwerlastverkehr auf die Autobahnen umleiten, so Jäger. Das sieht sein Mitbewerber ähnlich: Olaf Köhne will das Fahrverbot allerdings auf die Eschweger Straße und die Kaufunger Straße (Vollmarshausen) beschränkt sehen. Beide Bewerber um den Chefsessel im Rathaus verlangen mit den Anwohnern eine Wiederholung der umstrittenen Verkehrszählung von Ende April/Anfang Mai und eine qualifizierte Umleitungsplanung.

Das Regierungspräsidium hält das Ergebnis der bisherigen Zählung für belastbar. Ein Fahrverbot scheide allerdings aus, weil es sich bei mehr als 90 Prozent der Lkw-Bewegungen um Anliegerverkehr handele, verlautete jetzt aus dem hessischen Verkehrsministerium. Daher prüfe man im RP, ob zur Eindämmung der Belastungen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h angeordnet werden könne, hieß es.

Die Bürgerinitiative Ochshausen will bei dem Gespräch im Rathaus ihre Positionen vertreten, wollte sich im Vorfeld des Termins jedoch nicht zu Details äußern.

Der Gemeindeälteste und Anwohner Rudi Gippert (CDU) verlangt, „dass endlich etwas passiert“. Er sei mächtig sauer, dass die Verwaltung das vor einem Jahr während einer Bürgerversammlung angesprochene Problem offensichtlich mit verschleppe, sagte Gippert gegenüber der HNA. Die Geschwindigkeitsbegrenzung gebe es bereits, außerdem seien Lkw-Bewegungen zwischen drei Gemeinden kein Anliegerverkehr, sagte der am Verkehrsbrennpunkt in der Ochshäuser Straße wohnende langjährige Gemeindevertreter zur Haltung des Regierungspräsidiums.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.